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 LESEPROBE

   

1.          GLAUBEN SIE AN GOTT?

 

Muß man denn das?

Nein, natür­lich nicht. Aber man darf sich Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, anver­trauen, und das ist für jeden Menschen ein bleibender Gewinn, der nicht zu unter­schätzen ist.

Ich will nicht mit spektakulären Er­kennt­nissen die Existenz Gottes be­weisen, das würde zu nichts führen, da wir Menschen doch nur glauben, was wir glauben wollen.

Ich möchte viel­mehr darauf eingehen, ob Christen verantwortungsvoll handeln, wenn sie ihren Mit­menschen nahe­bringen an Gott zu glauben.

Es ist nicht zu leugnen, daß - so­lange es Menschen gibt - an Gott geglaubt worden ist, daß man zu IHM ge­betet hat, um IHN gerungen worden ist. Ebenso­wenig kann man unter­schlagen, daß Gott ver­leugnet worden ist, daß man an IHM gezweifelt hat, und daß ER vielen Menschen gleich­gültig blieb.

Dennoch ist in uns ein Drängen nach Gewiß­heit. Es läßt uns keine Ruhe: Ja oder nein?, gibt es IHN oder gibt es IHN nicht?

Alle Jahre wieder fühlen sich säkulare Printmedien berufen über Jesus oder der Bibel im Allgemeinen zu schreiben, obwohl sie niemand darum bittet. Und aus all den Artikeln schreit einem eine verzweifelte Ungewißheit entgegen, aber die Pattstellung zwischen glauben wollen und im Unglauben verharren wird nicht ausgemerzt. Wir zweifeln an Gott, aber zweifeln auch an unserem Zweifel. Kokettieren mit unserer Un­gläubig­keit, aber räumen ein: „Na ja, irgend­was über uns muß es ja geben.“ Manch einer rühmt sich gar als Atheist oder ver­kündigt stolz: „Ich bin der persön­liche Feind Gottes!“ (Lenin) Und über­haupt, auch wenn der Glaube eine positive Wirkung auf Menschen ausübt, warum an einen persön­lichen Gott glauben, wie ihn die Bibel be­schreibt? Kann man nicht ein­fach an irgendwas glauben? An Menschen, an humane Werte, an die Politik oder an das Horoskop? Haupt­sache ist doch an etwas glauben, egal woran.

Natür­lich! All das ist mög­lich, und der Mensch praktiziert das von alters her. Doch mit dieser Art Glauben ist er immer un­zufriedener geworden, halt­loser, de­struktiver, ein­samer, brutaler und vor allem ängst­licher.

Wie nie zu­vor ver­sucht der Mensch in der heutigen Zeit, auf allen mög­lichen Wegen heraus­zu­bekommen, was ihm nach dem Tode er­wartet. In einer Zeit wo die Wissen­schaftler versuchen uns ein fundamentiertes Wissen zu ver­mitteln, ist es schier un­erträg­lich noch mit der Un­gewiß­heit leben zu müssen: was kommt nach dem Tode wirk­lich auf uns zu, auf was müssen wir uns ein­stellen?

Dennoch behaupten viele felsen­fest, - mit vor Zweifel bebender Stimme: „Mit dem Tode ist alles aus, und einen Gott gibt es nicht!“

Auch hier sind wir schein­bar wieder an eine Pattstellung geraten. Einer­seits läßt sich Gott nicht zweifels­frei be­weisen, und anderer­seits kann man weder sich selbst noch anderen plausibel be­legen, daß mit dem Tode wirklich alles aus ist, und so kann jeder nach seiner Fasson leben.

Also, warum alles Gerede? Belassen wir alles, wie es ist! Das aber wäre verantwortungslos von denen, die andere Erfahrungen gemacht haben. Denn, wenn man Gott als Person auch nicht be­weisen kann, so kann man doch bestätigen, daß der Glaube an Gott sich im eigenen Leben be­wahrheitet; und das be­zeugen Millionen von Gläubigen.

Und noch etwas soll be­dacht sein, wenn man hart­näckig auf seinen ab­lehnenden Stand­punkt be­harren will: Ob die Menschen nun an den allein wahren Gott der Bibel glauben oder auch nicht, Gott kann man nicht aus der Wirk­lich­keit ver­bannen oder gar zum Selbst­mord be­wegen. Viel­mehr kommt der Zeit­punkt immer näher, wo sich alle vor diesen Gott der Bibel ver­neigen und IHN als den Schöpfer Himmels und der Er­de an­erkennen werden müssen. Diese Ehr­erbietung wird alle Kreatur voll­ziehen. Wir werden vor IHM er­scheinen und für jede Hand­lung, für jedes Wort aber auch für jede Unter­lassung zur Rechen­schaft gezogen, wenn wir nicht bereits hier auf Erden IHN als unseren Retter in unser Leben aufgenommen haben.

Um es in der modernen der Computer­sprache zu sagen: Unser gesamtes Leben ist gespeichert und für Gott jederzeit ab­ruf­bar. Auf tausend Fragen - die ER uns stellen wird - werden wir IHM jede Antwort schuldig bleiben. An diesem Tag stimmen viele mit Heinrich Heine, den Bußpsalm an:

Zer­schlagen ist die alte Leier

am Felsen, welcher Jesus Christus heißt!

Die Leier, die zur bösen Feier

bewegt ward von dem bösen Geist.

Die Leier, die zum Auf­ruhr klang,

der Zweifel, Spott und Ab­fall sang.

O Herr, o Herr, ich knie mich nieder,

ver­gib, ver­gib mir meine Lieder!"

Millionen und Abermillionen Menschen, be­zeugen schrift­lich wie münd­lich, immer und immer wieder ein­dring­lich: Ja, es gibt einen Gott der Liebe. Ja, es gibt einen Vater im Himmel, einen Er­löser aus Schuld und Ver­fehlungen, einen Retter aus Not und Mühsal. Und das über dem gesamten Zeitraum der Menschheit, …………………………………………………………………………………………………………………..

 

 

Beten ohne Unterlaß

 

 

Miteinander reden ist die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Beziehung. In der Ehe ist Reden Befreiung und Schweigen Verzweiflung. Unser christliches Beziehungsleben ist im Grunde genommen dauerndes Gebet.

„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß und seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“ 1. Thess. 5,17 Das ist die Ermunterung des Paulus an uns, wenn das Gespräch aufs Gebet gelenkt wird.

Es ist offensichtlich: unser Ich, unsere ganze Persönlichkeit, diese unergründliche, gottebenbildliche Wirklichkeit, manifestiert sich im Reden; im miteinander sprechen. Unser Leben ist ein ununterbrochenes Gerede das nicht aufhört. Auch das Träumen, als das Reden des Schlafes das unser Dasein mit ausmacht, gehört dazu. Auch unsere fleischlichen Bedürfnisse und unsere sexuellen Regungen, unser Handeln und Leiden, begleiten uns als eine fortwährende hohe Rede. Aber Obacht: Jegliches Sprechen muß auf jemanden bezogen sein, einer der zuhört und versteht muß in der Nähe sein, sonst verliert alle Rede ihren Sinn. Und letztendlich kann uns nur Gott verstehen. Unsere Mitmenschen der Bruder, die Schwester immer nur dann, wenn sie zeitweilig als Werkzeug Gottes dienen.

In jedem unserer Gedanken, philosophischer oder banaler Natur; dichterische oder hochgeistliche Schöpfung, wir mögen vergängliches aussprechen oder Geschichte formen mit dem was wir aussprechen oder niederschreiben, immer ist gewollt oder nicht gewollt, letztendlich als Ziel Gott angesprochen. Das wahrnehmbare, vordergründige Gegenüber nimmt dabei, bildlich gesprochen, immer nur den Platz eines Feldstechers ein, den wir zwar anschauen aber zwingend durchschauen müssen, um das Fernziel ins Auge fassen zu können.

Alle unsere Rede entsteht aus dem naturbedingten Verlangen unseres Egos, das sich in Worte fassen und durch reden leben will, um in dieser fortwährenden Zwiesprache als Ich zu existieren. Unser Ich sucht in allen seinen Ausdrucksarten, in den leisen wie den lauten Tönen, ununterbrochen ein nicht unrealistisches Gegenüber.

Manchmal hört man: „Da hilft auch kein beten ...“ damit wird das Gebet degradiert zu einer abnormen. zwecklosen Tätigkeit, die das Bewußtsein des Denkens und Wollens unterläuft, eine Schwäche, in die wir uns ergeben, wenn Denken und Wollen versagen. In Wahrheit ist es jedoch anders herum. Das Gebet ist der primäre jungfräuliche Urzustand unseres Geistes. Denken und Wollen sind nur Krücken des Gebets. Wenn wir uns in chaotischen  Lebenszwängen zum Gebet einfinden, tun wir das mit Vorsatz und der höchsten Aufmerksamkeit, wie wir es immer tun, wenn wir nicht ins Vegetieren herabsinken wollen, sondern fruchtbar und kreativ leben wollen, nämlich betend. Große Männer Gottes haben ihre Lebensbeschreibungen gebetet. Nicht nur im Rückblick auf ihr gelebtes Leben, sondern auch in ihren theoretisch logischen Betrachtungen. Auch für Johann Sebastian Bach waren seine Musikwerke Gebet. Es war ihm gleichgültig, ob Menschen seine Werke verstehen würden. Wenn nur einer ihn verstand, nämlich Gott, der Vater unseres Herrn Jesu. Und in Wahrheit ist das bei uns allen so. Unser Leben ist Gebet.

Wir beten unsere Gedanken. Wir beten unsere Gedichte und Bilder. Wir tun das, auch wenn wir uns dessen nicht bewußt sind. Es gibt nur einen Weg, auf dem wir aus unserem menschlichen Egoismus erlöst und der Wahrheit gewiß werden können: Das ist die Antwort Gottes auf das ängstliche Harren der Kreatur, die darauf wartet, daß die Kinder Gottes offenbar werden. Die Antworten Gottes können nicht logisch erschlossen oder eingefordert werden. Sie können uns nur als reine Grundwahrheiten im Gebet geoffenbart werden. Wenn Gott durch das Weltgeschehen zu uns redet, wenn er uns dabei mit unserem Namen ruft und uns Aufgaben in dieser Welt anvertraut, und wir mit den anvertrauten Pfunden recht wuchern, dann wird diese Welt für uns durch und durch Wirklichkeit. Wir müssen diese Welt ernst nehmen. Sie ist eine Oase des Ewigen Lichts, der Startpunkt des neuen Himmels und der neuen Erde. „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt Gott nicht. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ 1. Joh. 3,2. Dann erwachen wir aus dem Traum der Einseitigkeit. Wir haben gesehen: Das Gebet ist keine Schwäche, sondern des Christen höchste Kraft. Es ist die Urfunktion unseres jungfräulichen Geistes. Alle Fragen der Weltanschauung und Erkenntnis sind in der Frage zusammengefaßt: Ist unser Gebet wirkungslos verhallt oder ist es erhört worden. Bei allen Christen werden darum die Entscheidungsschlachten des Lebens im Kämmerlein errungen. Wie wirkungsvoll mein Gebet ist, so nachhaltig ist meine Arbeit, an meinen Mitmenschen. Das Gebet ist die höchste Kunst, die wir als Christen zu tätigen  haben.

Lasset euch ver­söhnen   

 Auf hell­gelben Grund, mit roter Schrift gab es in Hamburg ein Plakat zu sehen, auf dem zu lesen war: "LASSET EUCH VER­SÖHNEN MIT GOTT!"

Da stellte sich mir die Frage, ob da nicht der eine oder andere denken könnte: Wieso soll ich mich mit Gott ver­söhnen? Ich habe IHM doch nichts getan, denn ich habe mit Gott nichts zu schaffen. Ich habe mit Gott nichts zu schaffen, ist eine weitverbreitete Meinung, da lohnt es sich zu hinter­fragen.

Warum haben wir so wenig mit Gott zu schaffen? Im allgemeinen ver­halten wir uns nicht so des­interessiert, wenn wir konfrontiert werden mit Um­ständen oder Personen, von denen wir etwas für unser Leben er­warten. Da ist zum einen unsere Wohnung die wir pflegen, renovieren und gemüt­lich ein­richten; geht aber etwas an der Bau­substanz kaputt, oder an den mit Garantien ver­sehenen Geräten, wenden wir uns zu recht an Haus­besitzer oder Hersteller und er­warten, daß der Schaden be­hoben wird. Nicht anders ver­halten wir uns bei unseren Weh­weh­chen und bösen Leiden: Wir suchen einen Arzt auf und lassen uns, wenn mög­lich, kurieren und sind dank­bar, wenn er helfen kann.

Und wenn wir der Meinung sind unser Wissen ist zu gering, wir be­dürfen eine Auf­besserung, gehen wir auf eine Abend­schule oder gar auf eine Universität und er­weitern dort unsere Kennt­nisse. So gibt es viele Lebens­umstände mit denen wir allein nicht fertig werden, für die wir Hilfe in An­spruch nehmen müssen, und in der Regel wird unser Ver­trauen auch be­lohnt.

Ob­wohl alles schein­bar funktioniert, und wir im Einzel­fall unser Leben mehr schlecht als recht meistern, geht dennoch vieles den Bach runter: Kriege in den Familien, und "...hinten weit in der Türkei!" (Goethe) Seuchen und un­heil­bare Krank­heiten wohin man auch hört. Katastrophen jeglicher Art, Über­völkerung und Hungers­nöte in vielen Teilen unserer Welt, so daß uns ein Un­behagen quält. Dazu kommt die Angst vor der Arbeits­losenarmut und der Alters­armut, der Einsamkeit und das Alleinsein und nicht zu ver­gessen, die Angst vor dem absolut ­letzten Krieg!

Die Gleich­gültig­keit, der Zynis­mus, der Geiz, der Egois­mus, der Haß, die Brutalität, die Feig­heit und Gemein­heit, sind zu unseren selbst­verständ­lichen Wegbegleitern geworden! Ist das normal? Muß das so sein? Gehört das zur Ent­wicklung des Menschen, seit er sich vom Ur­schleim her, hin zum Gotte quält?

Oder liegt unser Dilemma doch daran, daß wir mit dem Schöpfer im Streit liegen? Wie un­an­genehm kann es sein, wenn wir ausgerechnet mit jenen streiten, von denen wir dringend Hilfe in An­spruch nehmen müßten; und dabei könnte ein klärendes Gespräch, eine ver­söhnende Geste, alles wieder ins Lot bringen!

Hören wir mal auf zwei kompetente Männer, denen wir auch sonst unser Ohr leihen; näm­lich immer dann, wenn wir mit ihren Er­kennt­nissen unsere eigenen Ideen und Ansichten ver­teidigen.

„Man kann mit Sicher­heit sagen, daß alle meine Patienten im Alter über 35 Jahren, krank wurden, weil sie das ver­loren hatten, was die lebendigen Religionen ihren An­hängern gegeben haben. Und keiner von ihnen, der seine religiöse Lebens­haltung nicht wieder­erlangte, wurde wirk­lich geheilt!“

(C.G. Jung 1875-1961, Be­gründer der ana­lytischen Psycho­logie)

„Für jeden halb­wegs denkenden Menschen ist es alarmierend, wenn aus­gerechnet Max Horkheimer, der Be­gründer der neo­marxistischen Frankfurter Schule, der die Ab­schaffung Gottes zur Grund­bedingung einer neu­en Gesell­schaft machte, kurz vor seinem Tode, zum Ent­setzen seiner beiden Schüler Habermas und Marcuse er­klärte: „Politik ohne Religion ist ab­surd. Alles was mit Moral und Mensch­lich­keit zu­sammen­hängt, geht auf die biblische Bot­schaft zurück. Und die Rebellion der heutigen Jugend ist eine un­bewußte Ver­zweiflung, hinter der die un­gestillte religiöse Sehn­sucht steht!"

Bei solchen Aus­sagen kommt man ins Grübeln. Wissenschaft­ler, die nach jahrelangen Er­fahrungen und intensiven Forschen ehr­lich zu­gestehen, daß ein Aus­kommen ohne Gott existentiell nicht mög­lich ist, sollten gehört werden; auch dann, wenn diese Zu­geständ­nisse erst kurz vor dem Tod aus­gesprochen worden sind.

Warum also bleiben wir in unserem Dilemma und geben uns falschen Hoffnungen hin? Vielleicht breitet sich ja die Meinung unter uns aus, die ein kabarettistisches Ensemble als Leit­thema gewählt hat: „DIE PAAR JAHRE NOCH!“, und dazu ergänzen wir: „Mit dem Tode ist doch sowieso alles aus, Schluß und vor­bei." Das ist der größte Irr­tum, den viele Menschen sich leisten! Was aber ist es, was uns von Gott trennt? Die Bibel sagt: „Sie lieben die Finster­nis mehr als das Licht, denn ihre Werke sind böse!“ In dieser Düster­nis haben wir es uns recht bequem gemacht. Wir leben im Großen und Ganzen nach einem Lustprinzip und die uns auf­er­legten Zwänge ………………………………………………………………………………………………………………………………..

 

 

Freiheit der Kinder Gottes

 

„Die Kreatur wird frei werden vom Dienst der vergänglichen Welt, zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, unter einem neuen Himmel, auf einer neuen Erde." Römer 8   Wenn wir den Werdegang unserer Welt nicht bloß als Medienkonsument, sondern als betende Christen miterleben, dann drängt sich uns die Einsicht auf, daß das Weltgeschehen nicht Spielball des Zufalls ist, sondern daß eine Absicht darin zu liegen scheint und ein Ziel da ist, auf das hin ein „Regisseur“ uns führt.

Jemand scheint die Handlungen und Gedanken der mächtigsten Menschen zu lenken wie Wasserbäche - ohne daß sie sich dessen bewußt sind -. Und wenn einst der gewaltige Strom der Weltgeschichte hineinfließt in das kristallene Meer der Vollendung in der Ewigkeit, dann werden wir alle im Rückblick auf die aufregende Zeit, die wir in dieser polaren Welt durchlebt haben, sagen: „Welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind deine Gerichte und unerforschlich deine Wege! Denn wer hat dein Sinnen erkannt? Wer ist dein Ratgeber gewesen?“ Röm. 11,13

Die Auseinandersetzung mit allen Winkelzügen der Menschheit und allen Wegen der ganzen Welt, sind im Römerbrief Kapitel 8 inhaltsschwer aber hoffnungsvoll zusammengefaßt: „Die Kreatur wird frei werden von dem Dienst des vergänglichen Wesens zur herrlichen Freiheit aller Kinder Gottes". In dieser Aussage sind zwei Punkte angesprochen, über die man nachdenken muß. Trotz aller Herrlichkeit der Schöpfung Gottes und trotz Triumphe vieler Kulturen und Errungenschaften der Menschheit ist die tiefste Sehnsucht des „homo sapiens“ ungestillt: das Verlangen nämlich nach absoluter Freiheit von aller Vergänglichkeit. Der zweite Punkt ist die Grundwahrheit: Nur Gott allein kann dieses Erlösungsbedürfnis erfüllen! Und ER hat bereits mit Seinen Part der Erfüllung begonnen. Die Gemeinde der Kinder Gottes ist der sichtbare Anfang der göttlichen Welterlösung.

Nach dem Worte Gottes ist unsere Welt ein Jammertal; unbestritten auch nach unserer Erfahrung. Dennoch hallt es wider in den Psalmen vom Lob der Schöpfung. Wie ein vertontes Gebet ausklingt im brausenden Finale, so wird im Psalm 148 nicht nur die Welt der Menschen und Engel, sondern die der ganze Kreatur zu einem Loblied aufgefordert, das wie ein Meer aufbraust: „Lobet Gott, Sonne, Mond und alle leuchtende Sterne! Lobet IHN, Berge und alle Hügel, fruchtbare Bäume und alle Zedern, Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel!“ Und: „Herr, wie so groß sind alle deine Werke; die Erde ist voll deiner Güte!" Aber nur wenn wir in diesen Lobgesang mit einstimmen können, der durch die ganze Schöpfung hallt, verstehen wir, warum in der Bibel auch dieses zweite Wort steht, in das gleichermaßen die ganze Kreatur eingeschlossen ist: „Im ängstlichen Harren wartet die Kreatur darauf, daß die Kinder Gottes offenbar werden.“

Und gerade weil diese Welt so schön ist, die uns Gott als Wohnung zubereitet hat, wird uns bewußt, wie schmerzlich es ist, daß das alles, was hier in gönnerhaftem Übermaß um uns ausgebreitet ist, uns gar nicht wirklich gehört. Wir haben hier keine bleibende Statt. Das alles ist nur einem Nomadenlager an einer Oase vergleichbar, von dem wir uns wieder trennen müssen. Dieses wieder fort Müssen erfüllt uns nicht nur mit zurückhaltender Niedergeschlagenheit, sondern mit massiven Verlustängsten. Die Bibel spricht von einer sklavischen Abhängigkeit von diesen vergänglichen Gütern, die uns mit Verlustangst und ungestillter Sehnsucht erfüllt. Und was meint die Bibel damit? So lange uns Gott nicht auf wundersame Weise von alledem befreit hat, üben diese zwar lebensnotwendigen aber vergänglichen Güter wie: gesunder Körper, überschäumende Jugendkraft, irdischer Besitz etc. mit denen viele überhäuft sind, eine solche Macht über uns aus, daß wir meinen, wir können ohne diese Dinge gar nicht existieren. Und wenn diese vergänglichen Güter bedroht sind, egal wodurch, dann befällt uns die unerträgliche Verlustangst, wir könnten ja vor dem Nichts stehen.

Zur Veranschaulichung: Unser Augenlicht, das uns die ganze Herrlichkeit der farbenprächtigen Schöpfung erschließt, gehört zu den unübertrefflichsten Schenkungen des Schöpfers an uns. Und doch ist gerade dieses sensible und empfindliche Organ allen Gefahren eines Verfalls ausgesetzt. Wir können blind werden, wie mein Großvater dem als achtjähriges Kind beim Spielen ein Pfeil ins Auge flog und den Ärzten beim zweiten ein Kunstfehler unterlief, so daß er sein Augenlicht völlig verlor und sein fast neunzigjähriges Leben im tiefen Dunkel verbringen mußte. Wenn wir aber ohne unser Augenlicht nicht leben können, leben wir strenggenommen in einer sklavischen Abhängigkeit von einem vergänglichen Gut. Das gilt bei einer Mutter genauso, die in entsetzlicher Angst lebt, wenn ihr kleines Kind krank wird, oder nur zu spät heimkommt; weil sie spürt: Wenn mir dieses Kind genommen wird, muß ich verzweifeln, weil ich ohne dieses Kind nicht weiterleben kann. Jeder von uns steht im Sklavendienst der Vergänglichkeit.

Das drängt uns unabwendbar die Frage auf: Gibt es denn eine Befreiung aus dieser so lebensnahen Abhängigkeit der Hinfälligkeit? Denn wir alle ahnen ja: Diese Abhängigkeit ist nicht unser ursprüngliches Ziel. Der Mensch ist zur völligen Freiheit geschaffen und berufen. Sonst würden wir diese Abhängigkeit nicht als entsetzlich empfinden. Es hat nicht einmal einen Wert, daß wir

 

 

Der Antichrist     

 

Eine Zahl scheint unsere heutige Welt zu erobern. Sie schmückt offen oder ver­schlüsselt das Cover von Ton­trägern der Pop­musik. Prangt an den Nonkonformisten-Uniformen einiger Rand­gruppen unserer modernen Gesell­schaft, und wird ver­herrlicht und ver­göttlicht in fast allen okkulten Sekten. Viele Menschen ahnen, daß sich hinter dieser Zahl etwas unheimlich böses ver­bergen muß.  Dazu kommen die Ängste vor sich häufenden Katastrophen wie Kriege, Atombomben­versuche und Seuchen, die viele Menschen nicht mehr ruhig schlafen lassen. Mit bangem Herzen fragen sie, was wohl noch alles über uns herein­brechen wird.

Ich will auch nicht ver­gessen die demonstrativen Selbst­dar­stellungen sogenannter Er­löser, aus den ver­schiedensten Philosophien und Religionen zu erwähnen, die uns mehr oder weniger subtil, ein glück­liches Dasein vor­gaukeln und ver­sprechen. Man muß nur Willens genug sein, ihnen sein Leben, sein Geld und seine Frei­heit zu opfern. Und viele Menschen sind nur allzu gerne bereit, sich einem starken Führer an­zu­vertrauen.

Aber es gibt auch christ­liche Insider, die um die Gefähr­lich­keit des anti­christ­lichen Geistes wissen, der sich hinter der Zahl 666 versteckt. Aber einer­seits sind viele Christen durch ein laues Engage­ment und Glaubens­leben für ihre Mit­menschen un­glaubwürdig geworden, und anderer­seits, was nicht zu unterschätzen ist: die Menschen lieben die Finster­nis mehr als das Licht, so sagt die Bibel.

Und über diese Düster­nis stehen die Worte Jesu: „Tut Buße, denn das Himmel­reich ist nahe; und ihr wißt nicht, an welchem Tag ich wieder­kommen werde! Darum seid allezeit bereit! Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken geraten. Und alsdann werden sie sehen Jesus Christus, den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Luk. 21,25-28

Das ist der Grund, warum ich darüber schreibe und predige wie gefähr­lich der anti­christ­liche Ein­fluß auf uns seit langem ist, der da zur Macht strebt, uns den Blick für die Wahr­heit ver­nebeln will und wie weit die Konfrontation mit ihm schon voran­geschritten, die Information über ihn jedoch so dürftig ist. Es wäre schlichtweg un­verantwort­lich darüber zu schweigen.

Die Prä­position, anti, be­deutet nicht nur „gegen“, sondern viel­mehr auch: „an Stelle von“. Der Name „Anti­christ“ dagegen hat offen­sicht­lich die Be­deutung von „Gegenmessias“! Diese Be­zeichnung er­weckt allerdings den zweideutigen Ein­druck, daß es neben dem Schöpfer aller Dinge, noch einen Gott gäbe! Doch es gibt keinen Gott, außer den Gott der Bibel; auch keinen negativen, finsteren Gott! Hinter dem Namen Anti­christ ver­birgt sich eine gewalttätige, satanisch gott­lose Menschheit.

Wir tun gut daran den anti­christ­lichen Geist als Gegner zu ent­larven. Er selbst hat keine Zu­kunft und beschert seinen Anhängern ein Leben in der qualvollen Gottferne! Eine markante Taktik des antichristlichen Geistes ist es, alles durch­einander­zu­bringen, um ein un­über­schau­bares Chaos zu inszenieren, und das auf allen Gebieten mensch­licher und religiöser Er­kennt­nisse und Errungen­schaften.

Allein durch den Menschen hat der anti­christ­liche Geist die Mög­lich­keit sich ver­heerend aus­zu­wirken. Er selbst hat kein Herz, nur das der Menschen, er selbst hat keine Stimme, außer die der Menschen und er be­nutzt keine anderen Hände und Füße, als die Uns­rigen! So ist es gar nicht ver­wunder­lich, daß wir die gött­liche Schöpfung zer­stören und nicht Satan. Wir Menschen haben beschlossen nichts darf an  den biblischen Schöpfer­gott erinnern. Nichts darf von SEINEN Worten und Werten ver­wirklicht werden. Lieber schafft der anti­christ­liche Mensch sich seine eigene Religion, dazu eine neue visuelle Welt, zum Beispiel per Computer, und in allem strebt er, der Mensch, zur Gottheit. So voll­zieht sich in einem allgemeinen, letzten Durcheinander, unter den Menschen, die von Alters her un­merk­lich aber vom Menschen gewollte und geförderte Geburt des Anti­christ­en.

Das Technikmilitär, die gentechnische Wissenschaft und die Computertechnik diese „Dreieinigkeit“ der antichristlichen Religion wird das selbst inszenierte Chaos wieder ordnen. Kraft dieser menschlichen „Dreieinigkeit“ werden Wunder voll­bracht, Tote zum Leben er­weckt und Krank­heiten geheilt. Daß ich auf „Technik“ die Be­tonung lege, soll ver­deutlichen, daß dem Antichristen leb­lose (nekrophilie) Anliegen eigen sind, und daß er nur schmarotzer­haft existieren kann, daß er seine Wurzeln zwar im Guten eingräbt, aber selbst nicht schöpferisch sein kann. Der antichristliche Geist kann nicht, wie Gott, aus dem Nichts schaffen, er ist immer darauf an­gewiesen, das für sich zu nutzen, was Gott bereits geschaffen hat. Somit ist der Anti­christ­ der personifizierte Epigone mit nekrophiliem, sadistischen und narzißtischen Charakter.

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Das Morgenrot der Welterlösung

 

 

„Gottes Geist gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind." Die Welterneuerung die Gott plant und herbeiführt, geschieht in einer völlig andern Art und Weise, als alle menschlichen Befreiungskriege und Revolutionen. Jeder Befreiungsschlag der Menschen, fängt bei den äußeren Umständen an. Man beschafft erst einmal menschenwürdige Wohnungen, genügend Arbeit, ausreichend Brot und einen ausgefeilten Bildungsrahmen und hofft dann, daß diese sogenannten, besseren äußeren Verhältnisse auch den Menschen verwandeln. Gott jedoch beschreitet einen erfolgversprechenden Weg, den Weg nämlich von innen nach außen. Gott läßt uns zunächst in der äußeren Abhängigkeit der vergänglichen Welt. ER tut das erst recht, wenn die innere Befreiung bereits begonnen hat. Im äußeren Schicksal unterscheiden sich die erlösten Menschen meist nicht vom Weltmenschen. Es ist doch bemerkenswert, daß Menschen, die als besondere Instrumente Gottes zur Rettung anderer wirkten, in späteren Jahren genauso das Kreuz der Vergänglichkeit tragen müssen wie die unerlösten Menschen. Gott nimmt sie nicht wie den Elia durch feurige Himmelswagen hinweg, um sie triumphal in die Herrlichkeit eingehen zu lassen. Nein, auch sie gehen den schmerzlichen Weg des Altwerdens; auch ihnen bleibt oftmals das lange Krankenlager nicht erspart. Jesus betet daher im Hohepriesterlichen Gebet für seine Gemeinde: „Ich bitte nicht, daß du sie aus dieser Welt nimmst."

Warum nimmt Gott den erlösten Christen nicht aus der Welt heraus? Warum bittet Jesus den Vater ausdrücklich, daß ER uns nicht vorzeitig vom Druck der vergänglichen Welt, befreien möge? Warum entbindet ER seine Jünger nicht von der Last des Kreuzes, sondern läßt sie bis zum Ende auf ihnen liegen?

Gott beginnt sein Erlösungswerk nicht von außen her. ER startet am innersten Punkt des Menschen. Erst muß der innere Mensch ganz frei werden. Erst müssen die inneren Ketten fallen, dann erst können auch die äußeren Kerkertüren der Vergänglichkeit sich öffnen hin zur völligen Freiheit. Wie aber gelingt diese innere Freiheit inmitten aller äußeren Mißstände und Abhängigkeiten? Denn es helfen ja keine heldenhaften Versuche der Selbsterlösung; weder die säkularen noch die christlich Klösterlichen: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“ Mtth. 16,26 „Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben denn es kostet zuviel, das Leben auszulösen; er muß davon abstehen ewiglich“. Psl. 49,8-9

Es gibt nur den einen wunderbaren Weg, nämlich den, den Christus durch sein Leiden und Sterben für uns beschritten hat. Allein auf diesem Wege liebt Gott die Welt ... Wir können den Kerker, in den wir durch eigene Schuld hineingeraten sind, nicht von innen her aufbrechen. Allein Gott öffnet von außen die Kerkertür auf geheimnisvolle Weise durch den Gehorsam Jesu Christi.

Und der Beweis, daß dieses große Wunder mit uns geschieht, ist: „Gottes Geist gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind." Röm. 8, 16 Unser Intellekt kann sich diese Bestätigung nicht selber geben, unmöglich. Uns kann auch kein andrer Mensch, kein Seelsorger, keine Kirche dieses Zeugnis so geben, daß wir es unerschütterlich glauben können. Das liegt daran, daß unser Leben zu sehr belastet ist mit enttäuschenden Erinnerungen an versagende Menschen, die berechtigte und unberechtigte Minderwertigkeitsgefühle in uns hinterlassen haben. Darum sind wir nicht in der Lage, einem Menschen oder einer Kirche glauben zu können, daß wir, so wie wir sind, Kinder des höchsten und alleinigen Gottes sind. Dennoch geschieht – wie so oft in der Nähe Gottes - ein Wunder und es wird immer wieder geschehen. Während wir das Wort Gottes unter der Kanzel hören oder es in der Stille des Kämmerleins lesen,  fängt der Geist Gottes selber mit unserem Geist zu reden an. Der Geist dessen, der das gesamte Weltall regiert neigt sich zu mir, dem Staubkorn Mensch und gibt mir eine Zusage direkt aus dem Munde Gottes und macht es in mir zu einer unumstößlichen Gewißheit: „ICH habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ Jes. 43, 1 So darf ich Gottes Eigentum sein und es bleiben für alle Ewigkeit, und das ist der Augenblick der großen Befreiung. Nach diesem Zuspruch beginnt die Seele die freie Luft der Ewigkeit zu atmet. Denn nun wird alles, was mir vorher so wichtig schien, völlig nichtig und klein. Es wird nebensächlich, in welchen äußeren Umständen ich auch lebe, während Gott mit mir redet, ob ich dann im Gefängnis sitze oder in einem Hospital liege oder vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch stehe, das alles verliert zwar nicht seine Gewichtigkeit tritt aber in den Hintergrund. Denn nun ist in meinem dunklen Kerker der vergänglichen Welt von außen her, durch die von Gott geöffnete Tür, das Licht der Ewigkeit hereingeströmt. Denn ich weiß jetzt: Gott hat mich angenommen. Dadurch wird mein Gefängnis hell. „Wer will uns scheiden von dieser Liebe Christi? Trübsal oder Angst, Verfolgung oder Hunger, Blöße, Gefahr oder Schwert?“ Röm. 8, 35

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…darf von der HÖLLE nicht schweigen.

 

 

Die Bilder, wie wir uns die Hölle denken, stellt uns meist die Kirche zur Verfügung. Neuer­dings - etwas theatralisch, albern zwar - auch die Film­industrie, in allen möglichen Facetten. So haben es beide be­wirkt, daß der Mensch die Hölle nicht mehr ernst nehmen will; und darum auch nicht die Warnungen der Bibel vor ihr.

Kirchen, religiöse Gemein­schaften und Sekten haben seit Jahr­hunderten mit der Hölle gedroht und dabei gute Geschäfte gemacht. - Mit einem kosten­losen Himmel, wie ihn die Bibel ver­spricht, ist näm­lich nichts zu ver­dienen. - So hat man mit Angst­macherei grausame und un­christ­liche Schicksale herauf­be­schworen, und viele Menschen sind der christ­lichen Religion bei­getreten allein aus Angst vor Strafe und in der Hoffnung auf Straf­erlaß. Auch Martin Luther war der Meinung, daß die Angst vor den Höllenqualen ein guter Ein­stieg zum Glauben ist. Aber Jesus Christus hat gesagt: „Weh auch euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten, und ihr selbst rührt sie nicht mit einem Finger an“. Luk 11,46

Hölle, was ist das nun? Ist es jener Grill in der Unterwelt von dem allein die Filmindustrie milliardenschwer lebt? Gibt es eine Hölle der Gottferne wirk­lich? Wenn ja, hat Gott eine solche geschaffen?

Ich will gleich mit der Tür ins Haus fallen:

Ja, die Hölle ist real und darum aus der biblischen Welt nicht weg­zu­leugnen. Wir müssen uns klar darüber sein, daß sie existiert aber uns nicht damit ab­finden, daß wir in ihr leben müssen!

Wie ent­stand die Hölle? Folgende Hypothese ist denkbar:

Als Adam und Eva sich vor die Wahl gestellt sahen, ob leben wollen oder sterben müssen ihr Dasein be­stimmen sollte, hatten sie schon Erfahrung im Um­gang mit Gott ihrem Schöpfer und kannten ihn sehr gut. Sie hatten die ein­malige, liebe­volle Schöpfung täglich vor Augen und pflegten innigste Gemein­schaft mit IHM, denn ER kam in der Abendkühle und wandelte im Garten Eden mit ihnen. So ist es nachvollziehbar, daß die Gedanken Gottes ihnen nicht fremd waren und seine Liebe genossen sie selbstredend in vollen Zügen. Sie wußten um den segens­reichen Schutz Gottes, der primär darin bestand, daß sie sich nicht mit Gut und Böse aus­einander­zu­setzen hatten. So lebten sie in großen, ver­antwortungsvollen Tätig­keiten. Ja, sie waren alles in allem freie und mündige Wesen, die Gott nur ein wenig niedriger geschaffen hat, als ER selbst ist. Sie waren auch nicht auf sich allein gestellt, als sie sich  von der Schlange in eine Schicksals­ent­scheidung verwickeln ließen. Sie raubten sich was Gott, der Vater, ihnen sowieso zu­gedacht hatte, näm­lich Gott­gleich­heit. „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Mtth. 5,48  Ich bin - nicht un­begründet - davon über­zeugt, daß Gott die Menschen, früher oder später, vom Baum der Er­kennt­nis hätte essen lassen. Der von den ersten Menschen gewählte Zeit­punkt jedoch war ver­früht. Sie waren noch nicht reif und hätten noch in ihrer gehorsamen Ab­hängig­keit bleiben müssen. Später - zu einem Zeitpunkt den Gott der Vater bestimmt hätte - wären sie sicherlich in die Reife hinein gewachsen, ver­antwortungs­voll mit dem Wissen um Gut und Böse um­gehen zu können und der Vater im Himmel hätte sie emanzipiert. Emanzipation ist nämlich vom Wortsinn her ein Zuspruch vom Höhergestellten zum Abhängigen – vom Vater zum Sohn - und nicht ein Anspruch des Abhängigen an den Verantwortlichen. So hat sich der Mensch in völliger Frei­heit zu früh für ein eigen­ständiges und un­abhängiges Leben ent­schieden, und damit die wahre Mensch­werdung verkompliziert. An einem Bei­spiel werde ich dies näher zu er­läutern:

Ein Auto ist so konstruiert, daß es nur mit einem be­stimmten Treib­stoff fährt. Ohne dieses Antriebsmittel hat es zwar völlige Ähn­lich­keit mit einem kraft­stoff­betankten Wagen, aber es be­sitzt keine Eigen­dynamik. Man kann es zum Rollen bringen, in­dem man ein anderes Gefährt davor spannt, und es zieht. Man kann es an einer ab­schüssigen Straße stellen und runter ­rollen lassen. Auch sonst kann man mit ihm an­stellen, was man mit einem treib­stoff­befüllten Auto auch an­stellt: Licht ein­schalten, Blinker be­tätigen, Türen auf und zu schlagen oder es beladen. Aber ohne Treib­stoff ist ein Auto nutz­los!

 

 

Der vorbildliche Seelsorger


    Die Sorge um eine Seele - im wahrsten Sinne des Wortes - gibt es in keine der Religionen, die ein mystisches Verschmelzen und Aufgehen der Psyche ins Nirwana lehren. Diese Art Religionen kennen keine Seelsorge, sondern nur ein einüben zur Drangabe der Lebensqualität. Um die eigene Seelennatur auszuleben, bedarf die Seele keiner besonderen Führung, man kann sie wie Unkraut wild wachsen lassen. Darum gibt es in den diesbezüglichen Religionen, bei denen die menschliche Seele als Weltziel erscheint und Kult mit ihr getrieben wird, keine wahre Sorge um ihr Wohlbefinden. Christliche Seelsorge erfolgt ausschließlich aus der charakteristischen Spannung des Haltens und des Loslassens, die sich durch Jesu Lebenswerk hindurchzieht. Er rang um die Seelen; wobei eine Wechselbeziehung zum Loslassen intrigiert ist. (Joh. 17)

Im Christentum wird der Mensch erlöst aus dem Kerker in sich selber; aus der Fremde, weg von den Trögen der Säue; weg von allem, in was man hineingeraten ist, bei der sogenannten Selbstfindung. Man wird zurückgezogen zum wahren Vaterhaus.

Dieses Ziehen sollte in der vorbildlich christlichen Seelsorge immer so erfolgen und empfunden werden, daß der Proband jeden Schritt aus eigenstem Entschluß und aus seiner innersten Überzeugung heraus will und deshalb auch vollbringt. Daß er dabei auch tiefer in seine wahre, eigene Persönlichkeit gerät, daß sein Sterben gewinnbringendes Leben wird, das geschieht über die heilige, respektvolle Zurückhaltung Gottes den Menschen gegenüber.

In dieser Wechselbeziehung liegt die ungeheure Spannung des seelsorgerlichen Werkes Jesu, von dem die ganze Menschengeschichte, gewollt und ungewollt, profitiert. Diese Arbeitseigenart Jesu erzeugt das, was man wahre Seelsorge nennt. In diese Machenschaft sehen wir hinein, wenn wir Jesus über Jerusalem klagen hören: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, ihr aber habt nicht gewollt.“ Matth. 23,37 Wie leicht hätte Jesus durch suggestive Erregung eines religiösen Rausches die Massen fortreißen können.

Viele der modernen Evangelisten weltweit bedienen sich solcher Machenschaften. Aber der Sohn Gottes darf nicht suggestiv ziehen, wenn ein Mensch nicht aus ureigenstem Wollen heraus Gott entgegengehen will. Mit was für innigster Sehnsucht zog es Jesus, die Gebundenen zu befreien! Das spricht aus seinen Worten, in denen ER das Programm seiner ganzen Wirksamkeit zusammenfaßt: „Gott mein Vater hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zertrümmerten Herzens sind, zu predigen den Gebundenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Augenlicht zu geben.“ Luk. 4,18

Und doch darf nicht übersehen werden, als ER sich dem reichen Jüngling in Liebe zuwandte und dessen Gebundenheit aufgedeckte und dieser traurig wegging, lief ihm Jesus nicht nach! ER ließ ihn mit heiliger Zurückhaltung gehen und überließ diesen Menschen respektvoll seiner Einsamkeit und dem Sturm, den ER in ihm entfesselt hat. Was für ein Leid muß diese Begegnung im Sohn Gottes ausgelöst haben?!

Betrachten wir unter diesen Aspekten den seelsorgerlichen Umgang Jesu mit den Menschen sind für uns drei Arbeitsweisen wichtig und interessant:

1.     Zu erfahren, wie ER auf Menschen eingeht.

2.     Wie Jesus Betroffene weiterführt, und

3.     wie ER die Hindernisse beseitigt, die das innere Frucht bringen hemmen.

    Wenn wir erforschen wollen, wie Jesus einen Menschen zu erwecken anfängt, wie ER ihm das Herz aufschließt, ist es bedeutsam festzustellen, daß Jesus keine globalen, oder durchgehenden Strategien hatte, sondern, daß ER auf eine große individuelle Vielfalt von Möglichkeiten zurückgreifen konnte.

Da ist der Skeptiker Pilatus, ihm gegenüber läßt Jesus die Wahrheit nur wie ferne, Klänge erahnen mit dem Hinweis: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt, … wer aus der Wahrheit ist, der hört eben meine Stimme“. Auch die Allmacht Gottes – unter die Pilatus steht - läßt Jesus ihn nur ahnen, wenn er ihm sagt: „Du hättest keine Macht über mich, wäre sie dir nicht von meinem Vater gegeben.“ Und die Antwort des Pilatus zeigt ja auch, daß Jesus hier an eine schmerzende Wunde gerührt hat: „Was ist schon Wahrheit“?, muß er resigniert fragen.

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Sünde, was ist das denn?

 

„Das griechische Wort anomia (die Gesetzlosigkeit) in I. Joh.3; 4 und auch anderswo, begegnet uns in dem Fremdwort „anomal“, was soviel wie regelwidrig bedeutet; heute neigt man dazu meist „anormal“ zu benutzen und meint, „Abnormität! Somit können wir sagen: Sünde ist das Regelwidrige, Krankhafte die Abnormität. Wer vom Gesetz des Moses oder von dem ins Herz geschriebenen Gesetz abweicht, begeht Sünde.

Dieser Gedankengang wird durch die Verwendung des hebräischen Wortes für „sündigen“ noch transparenter:

„Im alten Israel befanden sich im Stamme der Benjaminiten unter den kriegsdienstfähigen siebenhundert Männern, Linkshänder die alle mit Steinen schleudern konnten*; und aufs Haar genau trafen, ohne zu „sündigen“ (Richt. 20; 16). Gewiß schreiben die meisten Bibelübersetzer hier ganz richtig: „. . . ohne zu fehlen.“ Die Musterform für das hier vorliegende hebräische Wort (chta) lautet gleichfalls „fehlen“; dazu kommen noch die Varianten sündigen, entsündigen und schuldig sein. Doch wenn man in Richter 20; 16 (wie auch an den 200 anderen Stellen) das Grundtextwort mit sündigen übersetzt, wird sofort klar, was seine Grundbedeutung ist, die ja bei gleichem Grundwort überall gleich sein muß, nämlich: „das Ziel verfehlen“.

*Siehe auch mein Buch >Das Duell der Schleuderer<

Diese Gedankengänge werden uns noch weitaus verständlicher, wenn man ein weiteres Wortbild betrachten, in dem wir die Steinschleuderer durch die weit größere Anzahl von Bogenschützen ersetzen – und das Pferdehaar durch ein festes Ziel ersetzen. Denken wir also weniger an die Möglichkeit, das Ziel zu verfehlen, sondern mehr an die Zielscheibe der Bogenschützen, so gelangen wir zur Grundbedeutung des hebräischen Wortes „tbure“, wofür man meist Thora schreibt. Hier lautet die Standardübersetzung: Ziel, mit der Variante Gesetz. Selbst ein sehr guter Bogenschütze wird es nicht dazu bringen, mit jedem Pfeil genau ins Schwarze zu treffen. Das Gesetz hat daher für die Juden die Aufgabe einer Zielscheibe; es sollte ihnen immer wieder klarmachen, daß sie außerstande sind, jede einzelne Forderung des Gesetzes in allen Punkten zu erfüllen, so daß sie also, bildlich gesprochen, meist das Ziel verfehlen.

Damit erhält man die Erkenntnis was für eine Aufgabe dem Gesetz Gottes beigeordnet ist. Es geht dabei nicht so sehr um die Werke, die man tut, um die „Treffer“ die man erzielt oder um die Gebote, die man halten muß, es geht vielmehr um die Scheibe, auf die der Blick ständig gerichtet bleiben muß, weil man ja erwartungsgemäß mit jedem Pfeil genau ins Zentrum treffen sollte. Jeder wird einsehen können, daß auch die beste Zielscheibe aus einem schlechten keinen guten Bogenschützen machen kann; aber sie zeigt ihm an, wie schlecht er zielt und wie oft er das Ziel verfehlt. Die gleiche Aufgabe hat auch das Gesetz: es macht aus schlechten Menschen keine guten; aber es zeigt uns wie oft wir immer wieder das Ziel verfehlen, das Gott uns gesetzt hat.“

 (Frei nach: „Das Böse“ von A.E. Knoch, Konkordanter Verlag Pforzheim)

Oft habe ich in den ver­gangenen Betrachtungen von Sünde reden müssen, ohne diesen Begriff näher zu be­schreiben. Viele Aus­leger der Bibel definieren Sünde als „Ziel­ver­fehlung". Dieses Wort kommt zwar so nicht in der Bibel vor, - wie wir oben gesehen haben - trifft aber doch den tiefen Sinn der Sache. Mir ist diese Be­schreibung allerdings zu abstrakt, und klingt zu harmlos. Sünde ist der Bibel und der Sache nach, viel gefähr­licher; und darum bleibe ich lieber bei diesem un­beliebten konservativen Begriff. Sünde ist offen­sicht­lich Gesetzes­über­tretung! Vor­rangig das bewußte und ziel­strebige Ignorieren des Wortes Gottes.

Vor noch nicht allzu­ langer Zeit, war jedem Menschen klar, daß töten, lügen, ehe­brechen etc. etwas Schlimmes, Nieder­trächtiges, Gemeines ist; eben Sünde! Und daß alle solche Fehl­verhalten geahn­det und be­straft werden müssen. Heute allerdings sieht die Sache ganz anders aus, man will Ab­treibung und Sterbe­hilfe nicht als Mord ver­standen wissen. Den Ehe­bruch nicht als gefähr­liche Zer­störung einer wichtigen Lebens­beziehung er­kennen, und ihn als zweitgrößtes Verbrechen nach Mord einstufen. Dafür läßt man Lügen als diplomatische Um­schreibungen gelten und homo­sexuelle Be­ziehungen als legitime Partner­schaft aus­rufen.

Wir leben in diesen Sünden, und niemand kommt auf die Idee, diese Misse­taten müßten oder könnten be­straft werden. Und Ricarda Huchs Aus­sage: „Zur Würde des Menschen gehört das Recht auf Strafe“, wird be­lächelt oder über­haupt nicht wahrgenommen.

Sind diese Sünden denn nun wirk­lich so gefähr­lich? Eine Lüge aus der Not heraus (wobei man ja jede Lüge als Not­lüge dar­stellen kann) soll einem das ewige Leben kosten? Der Kur­schatten, bei dem der Geist, wie auch das Fleisch willig sind, soll so zer­störerisch sein, daß Gott einem grollt? Das Ab­treiben eines womög­lich mongoloiden Kindes, der hin­gestellte Todes­cock­tail bei einem unter Schmerzen leidenden alten oder kranken Menschen soll Mord sein?

Ja doch!, die Bibel sagt es ganz unmißverständlich!

Letztendlich bringen uns die Ansammlungen dieser moralischen Sünden den ewigen Tod!

Aber es ist alles noch viel gefähr­licher!

Töd­lich wird die Sünde des­halb, weil wir sie nicht mehr als Sünde er­kennen und wahrhaben wollen, weil wir das gött­liche Ge­setzt als solches nicht mehr akzeptieren. Weil alle von Gott geahndeten Hand­lungen von uns der Schöpfung als völlig legitim pro­klamiert werden, und Gott der Gesetz­geber als Lügner an­geprangert wird. Das ist die Sünde wider den Heiligen Geist, für die es weder hier in dieser polaren Welt noch in der Ewigkeit Vergebung gibt.

Weil wir aus tiefster Über­zeugung glauben alles besser zu wissen, was gut oder böse für uns ist, und …………………………………………………………………………………………………………………………………….

 

10. Schicksal oder Schuld I

 

 

Die Bibel berichtet darüber wie Gott die Menschen beurteilt und dieses Urteil klingt wie ein Klagelied: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Alle Menschen sind abgewichen und allesamt sind verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie, Otterngift ist unter ihren Lippen, ihr Mund ist voll Fluch und Bitterkeit. Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen, auf ihren Wegen hinterlassen sie lauter Schaden und Jammer und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Ehrfurcht Gottes bei ihnen.“ Röm. 3, 9-17

Egal wo wir uns mit unserer Lebensanschauung plazieren, ohne Ausnahme müssen wir zugeben, daß unser Zustand nicht der ist, der er sein sollte. Schreiben und predigen können wir viel über Heiligung und Gottunmittelbarkeit, Moral und ethischem Verhalten. Jedoch im täglichen Leben ist uns noch niemand begegnet, der im Brustton der Überzeugung behaupten kann: „Zwischen Gott und mich ist nie etwas dazwischen­gekommen, denn ich lebe aus der „Direktinspiration.“ Nur Dumme sagen: „Ich habe dann und dann das letzte Mal gesündigt.“ Wir alle müssen ehrlicherweise zugeben, daß wir täglich, nein stündlich, in beschämenden Situationen leben, und ratlos vor und selbst stehen, weil die Eingebung gerade mal wieder fehlt, die wir aber haben müßten, wenn wir in direkter Beziehung zu Gott stünden.

Darum sind wir auch nicht in der Lage, entscheidende Schicksalsschläge und schuldlose Mißhandlungen ohne jede Niedergeschlagenheit über uns ergehen zu lassen. Wir alle haben Angst vor dem Tod, obwohl wir das nach außenhin lauthals und verbissen leugnen. Wäre aber unser Umgang mit Gott anstandslos, würden wir Tod und Teufel nicht fürchten und vorrangig den Tod, wie einen Freund empfangen. Niemand kann also aufrichtig behaupten, daß zwi­schen ihm und Gott nicht das geringste Verschulden steht. Wir alle müssen zugeben, daß allein unsere Fehltritte und unsere Sünden uns scheiden von der Liebe Gottes, und den unmittelbaren Zugang zu Ihm versperren, so daß der Herr sein Angesicht verbirgt. Jes. 59,2 Eine undurchdringliche Schuldenwolke, unsererseits, verdüstert den klaren Himmel der Liebe Gottes.

Da drängt sich die Frage auf: Ist unsere Gottlosigkeit unvermeidliches Schicksal, in das wir uns tapfer zu ergeben haben, oder sind wir allein dafür verantwortlich? In der Bibel deckt Jesus Christus kompromißlos die Wahrheit auf, die für einsichtige Menschen zunächst zwar bitter ist: „Das Licht ist in die Welt gekommen aber die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke sind böse!“, Joh. 3,19 aber wenn das verstanden worden ist, birgt es weltüberwindende Freiheit in sich.

Für den Schöpfer Himmels und der Erde ist Gottlosigkeit kein schicksalhaftes Desaster, sondern willentliche Schuld. Das ist geradezu der Grundzug der Denkweise des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; und es ist der Inhalt der Bußpredigten Jesu. In ihnen fehlt nämlich diese unerbittliche Schicksalsmacht mit der ein Mensch scheinbar kämpft, um ihr letztendlich doch zu erliegen.

Zwei Strömungen steuern unser Denken: Schuld und Schicksal! Jede dieser beiden Gedankengänge spricht unterschiedlich und wechselseitig, von Schuld und Schicksal. Nach der einen Vorstellung ist die Wurzel allen Geschehens eine düstere Schicksalsmacht, die diktatorisch über dem Eigen­willen des Menschen herrscht. Dieses unausweichliche Schicksal ist verantwortlich für das, was uns in Schuld ver­wickelt.

Nach der entgegengesetzten Betrachtungsweise ist die entscheidende Macht allen Geschehens die menschliche Urschuld, die Feindschaft gegen Gott. Und allein durch diese Schuld werden alle Menschen in ein düsteres Schicksal verwickelt.

Die Ent­scheidung zwischen beiden Strömungen, die hier einander gegenüberstehen, ist gebunden an der Frage: Ist es möglich, das Entweder-Oder zu überwinden. Ist der Mensch für etwas verantwortlich, was nicht im Bereich seiner ……………………………………………………………………………………………………………………..

 

 

11. Jesus.

 

 

Es macht keinen Sinn, über die Lehren der Bibel zu sprechen und zu schreiben, ohne über den Schöpfer dieser Worte zu berichten; über Jesus Christus den Be­gründer, den Beginner und Voll­ender des Glaubens. Die Tiefen dieser Gott­heit zu er­gründen ist uns Menschen nicht gegeben, dennoch sollte man nie ver­säumen einige Eigen­schaften Jesu zu durch­leuchten, um auf diese Weise das von Gott gegebene Bild seiner selbst besser zu ver­stehen.

Und da sind wir auch schon mitten­drin wenn es darum geht zu er­gründen, ob Jesus denn nun Gottes Sohn ist oder nicht. Schließ­lich sagt ER von sich: „Wer mich sieht, der sieht den Vater! ... Ich und der Vater sind eins!" Joh.14,9

Nur ein Irrer könnte solch eine Behauptung von sich geben, oder eben doch nur der wahre Sohn Gottes! - Dazwischen kann es keine Grau­zonen geben.

Als Gott der Vater diese Er­de und die Menschen schuf, riskierte ER dabei sich einen Feind zu erschaffen, allein um den Preis, die Frei­heit seiner Geschöpfe zu gewähr­leisten. So blieben den Menschen zwei mög­liche Wege: den der Selbst­bestimmung und den der ab­soluten Ab­hängig­keit von Gott. Der Mensch wählte die Autonomie und gab seinem Schöpfer damit den Lauf­paß. Um von diesem falschen Weg er Selbst­bestimmung wieder umkehren zu können, be­darf es gött­licher Hilfe, denn der Mensch kann sich nicht aus der selbst­gewählten Auto­nomie be­freien; weil er ständig danach strebt! Darum legte Gott von An­fang an einen Weg fest, auf dem ein ein­sichtiger und reuiger Mensch sich wieder mit Gott ver­söhnen lassen kann.

Dieser Weg forderte das Opfer eines sündlosen Menschen, der es auf sich nehmen würde, stell­vertretend für alle in den Tod zu gehen, um damit die Sünden aller Menschen zu sühnen. Dieses Opfer ver­langt die Gerechtig­keit Gottes vor sich selbst. Ohne eine solche konsequente Gerechtig­keit wäre Gott nicht der Gott der Liebe! Daß dieser Mensch einmal geboren wird, das ließ uns der All­mächtige über Tausenden von Jahren immer wieder durch seine Propheten mit­teilen, und damit man IHN bei seinem Er­scheinen als den­jenigen er­kennt, ließ Gott durch seine Propheten ganz markante Merkmale be­schreiben, die seinen Sohn als den Retter der Menschen aus­wiesen. Darunter waren nicht nur solche, die durch IHN er­füllt werden konnten, sondern auch einige auf die ER persön­lich gar keinen Ein­fluß hatte; auch nicht als Sohn Gottes!

Es ist für jeden Interessierten ein Leichtes an­hand der Bibel 52 solcher Prophezeiungen heraus­zu­finden. (Christ­liche Juden haben 558 solcher Stellen in den heiligen Schriften aus­findig ge­macht!) Aus Platz­gründen be­schränke ich mich hier allein auf die, worauf Jesus keine Mög­lich­keit hatte Ein­fluß aus­zu­üben:

ER mußte in Bethlehem geboren sein, ER mußte von großen Persön­lich­keiten an­gebetet werden, ER mußte ohne Grund gehaßt werden, ER mußte von seinem eigenen Volk ab­ge­lehnt werden. Für den Preis des Ver­rats mußte ein Acker er­standen werden, ER mußte durch Kreuzigung sterben und dabei durften IHM nicht die Beine gebrochen werden. ER mußte Essig zu trinken bekommen, um­ sein Gewand mußte gewürfelt werden und sein Grab mußte bei den Reichen sein.

Jeder ein­sichtige Mensch wird ein­gestehen,  daß es un­mög­lich ist zehn Voraus­sagen per Zu­fall zu er­füllen, auf die man keinen Ein­fluß hat, geschweige denn zwei­und­vier­zig weitere, auf die Jesus hätte Ein­fluß nehmen können, aber wofür auch die Voraus­setzungen hätten geschaffen sein müssen.

 Jesus hätte nicht auf einem Eselfüllen in Jerusalem ein­reiten können, wie es der Prophet Sacharja vor­her­gesagt hat, wenn es zu jener Zeit und in jener Gegend gar keine Eselfüllen gegeben hätte! Alle diese an­gesprochenen, alt­testa­ment­lichen Prophetien trafen auf diesen uns bekannten Jesus zu! - Das ist einer der Auf­fällig­keiten die ich er­wähnen muß.

Ein weiterer erwähnens­werter Punkt ist, daß der Er­löser der Menschen ein Prophet sein mußte wie Moses einer war; laut alt­testa­ment­licher Voraus­sage!

Ich werde hier nur drei Prophezeiungen von Jesu her­vor­heben die sich er­füllt haben, und eine vierte die sich er­füllen wird; wobei die letztere besonders zum Nach­denken an­regen soll!

Die erste: „Reißt diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder auf­bauen! “Joh. 2, 19 Gemeint war von IHM: Tötet mich, zer­stört den wahren Tempel Gottes, meinen Leib, und ich werde mit ihm in drei Tagen wieder auf­erstehen!

Und genau das ist geschehen. Man tötete IHN, legte IHN in ein Grab und ER stand nach drei Tagen von den Toten auf! Es hat keinen Sinn hier­gegen an­zu­streiten; weder die Tat noch die Sache in Frage zu stellen. Es haben IHN mehrere Menschen nach seinem Tode gesehen, mit IHM geredet und gespeist. Außerdem berichtet Paulus von mehr als fünfhundert Menschen die Jesus gesehen haben, und etliche von ihnen lebten zu Paulus Zeiten noch; er hatte sie also als Augenzeugen erlebt.

Die zweite Voraus­sage die Jesus von sich gab, war die Zer­störung Jerusalems, die dann 70 n.Chr. tat­säch­lich geschah. (Hier möchte ich auf mein Buch hinweisen: >Naama, und dennoch siegt die Liebe<.)

„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten des Toten­reichs sollen sie nicht über­wältigen!“ Das ist die dritte Prophezeiung von der ich berichten will:

Wenn man ganz un­befangen auf die 2000 jährige Geschichte der christ­lichen Kirche schaut, dann kann man nicht anders, als staunend da­stehen und in An­lehnung an einen der späten Cäsaren aus­rufen: „Und du hast doch gesiegt, Galiläer!“

Was hat dieser an­fäng­lich kleine Haufe von Gläubigen ……………………………………………………………………………………………………………………………………………….

 

 

12. Schicksal oder Schuld II

 

 

Es ist schlichtweg eine Lüge wenn man sagt, der Glaube an das Schicksal ­entspricht einer guten psychologischen Lebenseinstellung. Und das vom Schicksal abgetrennte Schuldbewußtsein dagegen, ist als Minderwertigkeitsgefühl von außen her in das Leben der Menschen hineingezwungen worden. Diese Anschauung lebt vorrangig im Klima des Atheismus und des Aberglaubens. Nach dieser Theorie ist die letzte Instanz, ein unabwendbares Erdulden, und dieses Schicksal ist es, das die Menschen zur Schuld drängt.

Die jüdische Glaubenslehre jedoch und das daraus geborene Christentum ist - jede für sich - Gewissensreligion. In ihr ist die letzte Entscheidung, nicht das Schicksal, sondern die Urschuld, an der alle Menschen teilhaben! In der Bibel festgehalten als >Adam und Eva’s Sündenfall<. Diese Menschheitschuld ist es, aus der alle tragischen Einzelschicksale entspringen, unter denen alle dann zu leiden haben. Diesen Urschuld ist die Ursache allen Leides. Vom Krebs bis zum Aids, vom Flugzeugunglück bis zum Schiffsuntergang, vom Hurrikan bis zur Springflut, vom Kindstod bis zum Autounfall.

Eine diabolische Verfilzung von Verantwortung und Erduldung kommt den Forderungen des satanischen Denkens im Menschen entgegen. So­bald wir vom Gewissen verklagt werden, schieben wir die Verantwortung für unser schuldhaftes Verhalten auf etwas ab, was einen entlasten könnte oder Mitleid fordert. Allein der Gedanke, daß die Bosheit des Menschen auf Erden übergroß ist und alles Sinnen und Trachten der Menschen, all seine Gedanken und sein Handeln nur böse ist den ganzen Tag, stößt uns ab. Es empört uns, daß allein im Mittelpunkt des Menschen, seinem Herzen eben, die Ursachen von Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, Lügen und aller Ungerechtigkeit zu suchen sein sollen. Man will nicht von dem Gedanken lassen, auch nicht unter vielen christlichen Denkern, daß der Kern des Menschen letztendlich gut sei und das Böse nur „ein äußerer Firnis ist, den man bloß abzu­beizen braucht, um gut, wie Gott, zu sein.“ (Schiller)

Wir konstatieren also richtig: zwei Denkrichtungen ringen miteinander unter den Menschen:

Erstens der Versuch, die persönliche Schuld und ihre tödliche Wirkung zu leugnen und sie lieber als ein unabwendbaren Leidensweg zu begreifen…

Und zweitens: das Erwachen des reinen  Schuldbewußtseins, das in leiden­schaftlicher Selbstanklage alle Entschuldigungsgründe und jede Vermengung mit sittlich-neutralen Zwangsmittel ablehnt.

Wie Verantwortlichkeit und Erdulden zueinander zu stehen haben, müssen wir uns in aller Deutlichkeit vor Augen stellen. Ein Schicksal, etwa Alzheimer oder Asthma, ein Schiffsunglück, ein Sturmunglück, ein Erdbeben, all das kann im Zusammenhang von Ursache und Wirkung gesehen werden. Zur Wesensart der Schuld aber gehört, daß man gerade das hier nicht darf.

Wenn das Gewissen uns wegen einer Sünde verklagt, so ist diese sündige Tat für uns Schuldige, eine nicht abzuleitende Konsequenz. Man darf sie auf nichts zurückführen, um sie zu erklären, zu rechtfertigen, um mich damit von Schuld zu befreien. Ein außenstehender Beobachter mag meine Sünde plausibel erklären und ableiten aus meinem Charakter, meinen Erbanlagen oder geschichtlich gesehen aus dem Milieu, in dem ich aufgewachsen bin, er kann sagen: all dies hat die Tat unvermeid­lich gemacht. Ich, der Schuldige, jedoch darf das nicht. Mir selbst ist jede der­artige Rechtfertigung versagt; und zwar von dem Moment an, wo mein Gewissen mich mahnt. Denn das Gewissen vermittelt mir in aller Eindeutigkeit, daß ich ganz allein Verantwortlich bin.

Man muß die Sache deutlich und kompromißlos ausdrücken, damit sich der Gegen­satz zwischen Verantwortung und Erdulden scharf herauskristallisiert: Mit jedem Versuch, den wir unternehmen, unsere Schuld auf etwas anderes abzuwälzen, oder vom Schicksal her abzuleiten, bürden wir uns neue Schuld auf. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist ER treu und gerecht, daß ER uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, machen wir ihn zum Lügner.“ Wohl dem Menschen, dem Gott die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist! Als ich meine Schuld wollte verschweigen, da verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn Deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, so daß mein Körpersaft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum offenbarte ich Dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht vor Dir. Ich sprach: Ich will Gott meine Übertretungen bekennen. Da vergabst Du mir die Schuld meiner Sünde.“

Allemal richtiger und lebensbejahender ist es eine persönliche Kapitulation zu vollziehen mit den Worten: „Vater, sei mir Sünder, im Namen Jesu, gnädig.“

Eine ganz andere Frage ist nun, was man tun kann, um Schicksal und Schuld zu überwinden. Dem Schick­sal kann ich mit der Kraft meines Willens Widerstand leisten. Es ist nicht auszuschließen das das Schicksal meinen Willen überlegen ist, dennoch ist mindestens ein Versuch, mich dem zu widersetzen, möglich.

Anders ist es da mit der Verantwortlichkeit, von ihr kann man bis hinein in alle Ewigkeiten nicht lösen. Hier ist alle menschliche Kraft machtlos. Durch den sündigen Akt, für den ich ganz allein verantwortlich bin, habe ich mich selbst in einen Kerker gestürzt, aus dem ich mich selbst nie mehr befreien kann. Ich mag an meiner Kerkertüre rütteln, soviel ich will, ich bleibe in meiner Verantwortlichkeit gefangen. Was meine Sünde auch immer ist: ein  verletzendes Wort, ein schmutziger Gedanke, ein entwürdigender Seitensprung, ein ……………………………………………………………………………………………………………………………..

 

 

13. Ver­geben und ver­gessen

 

 

Der Weg über die Vergebung überfordert uns scheinbar. Denn es fällt uns ungeheuer schwer, das Prinzip des Vergebens in unserem Leben zu verwirklichen, aber sie bringt entscheidende Veränderungen in unserem Leben hervor. Vergeben bedeutet: auf „Strafe verzichten“. Wenn wir vergeben, entscheiden wir uns, jemanden für sein schuldhaftes Verhalten nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Vergeben ist - wie die Liebe auch - eine Sache der Entscheidung. Darum ist die Frage nicht, ob ich dem anderen vergeben kann, sondern ob ich ihm vergeben will.

Gott hat in Jesus Christus die Voraussetzung der Vergebung geschaffen. Dies bedeutet Gott verzichtet darauf, uns zu strafen, weil Jesus bereits für unsere Schuld gestraft worden ist. So geschieht Vergebung aus Gnade, und Gnade ist ein unverdientes  Geschenk. Vergebung ist der einzige Weg einen Konflikt zu beenden; darum hat sie auch nichts damit zu tun, Recht oder Unrecht hat zu klären.  

Wir alle sind schon durch andere Menschen verletzt worden. Diese Verletzungen erzeugen gravierende Nachwirkungen: Unsere Gedanken und Gefühle werden durch Verletzungen gekennzeichnet. Bemerken wir in uns Bitterkeit, Wut und Groll, ist es an der Zeit die Entscheidung zu treffen, zu vergeben.

Wenn wir jemanden vergeben, bedeutet das nicht, daß ein verkehrtes Tun wohl doch richtig ist und man es gutheißen muß. Stephanus sagte nicht: „Herr, vergib ihnen denn sie tun ja im Prinzip nichts falsches.“ Nein! Es heißt richtig: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ Vergebung bedeutet darum auch nicht, Sünden zu rechtfertigen, sondern Sünden zuzudecken.

Wenn wir dem andern nicht vergeben, passieren allerlei Dinge in uns: Wir schaden uns selbst, unsere Gedanken drehen sich um den andern und das, was er uns angetan hat, wir haben schlaflose Nächte, wir binden ihn an uns. Dadurch gerät er in unsere Schuld. Wir erwarten, daß er sich entschuldigt. Er muß etwas gutmachen, das aber kann er nicht, weil die Schuld dazwischensteht.

Worin liegt also der frucht­bare Sinn der Ver­gebung? Eines der Haupt­anliegen der Heiligen Schrift ist die Ver­gebung. Und weil der Mensch sich zu­erst gegen seinen Schöpfer schuldig gemacht hat, ist das Verhält­nis zu allen Wesen und Kreaturen gestört und der Mensch macht sich mit allem was er unternimmt schuldig vor Gott und seinen Mit­menschen, mit aller Kreatur!

Das Über­treten des Gebotes: „Ihr sollt nicht essen von der Frucht des Baumes der Er­kennt­nis ...“ war ja nicht geprägt vom Ver­langen eine Frucht zu essen, um den Hunger zu stillen. Sondern das Motiv war: „… an dem Tage, da ihr davon eßt, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug macht.“

  Dieser Herzenswunsch der Eva be­inhaltet, daß der ewige Schöpfer ab­gelöst, ja ver­nichtet werden muß, denn zwei Götter kann es nicht geben. Gott wiederum hat das Recht sich gegen solche An­griffe zu ver­teidigen; und zwar mit der völligen Ver­nichtung aller Rebellen! Denn die gött­liche Gerechtig­keit ver­langt, daß solch ein mörderisches An­sinnen nun mal gesühnt werden muß; die Ver­geltung für Mord kann aber nur heißen: „Wer durch das Schwert tötet kommt durch das Schwert um!“

Erstaun­licher­weise ver­zichtet der allmächtige Gott darauf, und ver­sucht einen Weg der Ver­söhnung zu gehen mit den Menschen; sicher­lich weil Jesus Christus Mensch wurde und dieses geforderte Sühne­opfer durch seinen Kreuzes­tod dar­gebracht hat! Nach diesem frei­willigen Akt der Opferung des Gottes Sohnes,  be­darf es nun keiner weiteren Wieder­gut­machung, von seiten der Menschen. Alle pädagogischen Maßnahmen Gottes, geschehen allein durch die Gnade Gottes und alle Ver­gebung voll­zieht sich in dem Opfer, welches Jesus Christus heißt. Ohne dieses Opfer wäre Ver­gebung unter den Menschen über­haupt nicht mög­lich! Aus diesem Grunde legt Gott ein solch großes Gewicht auf die gegen­seitige Ver­gebung unter Seinen Geschöpfen!, und der Mensch sollte es  sehr ernst nehmen, wenn der Sohn Gottes sagt: „Wer aber ………………………………………………………………………………………………………………………………….

14. Liebe deinen Nächsten …

 

 

Es ist doch so auf Erden: Ein Mensch ist oftmals eines anderen Ergänzung, insbesondere bei Partnerschaften, wenn auch in sehr unterschiedlichen Qualitäten und Stärken. Und die Qualität einer Beziehung kann gemindert oder gar entwertet sein. Zum Beispiel, um der Langweile, der Einsamkeit zu entfliehen welche für manche die Gestalt eines Ungeheuers, für andere die lähmende Wirkung eines Gespenstes und für manche den Charakter eines eingebildeten Leidens hat. Dieser Mißbrauch einer Beziehung hebt jedoch den rechten Gebrauch einer Gemeinschaft nicht auf. Und die abgeschmackte Einstellung des nur „Zeit-Tot-Schlagens“ darf nicht gleichgestellt werden mit jenem edlen Zeitvertreib, wie ihn beispielhaft einem Christen im geistlichen Austausch mit seinem Glaubensbruder  zusteht.

Ich meine hier mit verbindlicher Beziehung auch nicht den innigen Umgang zwischen Ehemann und Ehefrau, wo bekanntlich geteilte Freude doppelte Freude, geteilter Schmerz halbes Leid ist. Ich spreche nicht vom alltäglichen, trauten Verkehr zwischen Eltern und Kindern. Es ist auch nicht die Rede vom Behütetsein im elterlichem Schutz und elterlicher Liebe und dem seligen Gefühl ihrer bloßen Nähe. Ich rede hier von der exklusiven, geselligen Beziehung, am Stammtisch im Gasthaus oder im Café, ich meine die freie Begegnung zu Hause und auf Reisen, wo die Beziehung allein gipfelt in „nur“ guten Gesprächen, zu hohem Genuß. Es gibt unbestritten ein freies Spiel der Persönlichkeiten und verschiedenen Charaktere, deren fruchtbares Aufeinanderwirken erfrischende Früchte tragen und deren Begegnung und Diskussionen ebensoviel Ruhe, wie auch neuen Schwung bewirkt. Dennoch sollte ein gutes Gespräch mehr sein, als eine Schachpartie. Es soll ein Tauschmarkt sein, wo der Einzelne anbietet, was ihm an anvertrauten Talenten zum Wuchern zur Verfügung steht, im Austausch gegen solche geistlichen Güter, deren er wiederum bedarf. Ein Begegnen der Geister, ein Markt zum Umsatz von kreativen, geistlichen Werten.

Denn gerade unter Menschen mit Gotteserfahrung gibt es eine klar umrissene Rangordnung der Werte. Das höchste Ziel dabei ist die optimale Entwicklung des göttlichen Willens in der menschlichen Gesellschaft, wie: Gerechtigkeit, Liebe (in diesem Ausdruck ist inbegriffen: die Gottesliebe, die Nächstenliebe und die Feindesliebe), Barmherzigkeit und Mut zur Offenheit. Auch alle weltlichen (säkularen) Leistungen sind diesen höchsten göttlichen Werten untergeordnet. Wer allein nach weltlichen Werten lebt, wird sterben müssen, denn die Welt vergeht mit ihrer Lust.1.Joh. 2;17   Wer sich jedoch von Gott hat lösen lassen von den Machenschaften der weltlichen Werten der wird leben. Röm. 8;13. Dieses Bestreben erfordert kein Mönchstum. Die Rangordnung der göttlichen Werte schließt weltliche Vergnügungen und Freuden nicht aus. Alles ist dem Menschen mit Gotteserfahrung erlaubt, nicht alles dient ihm jedoch zum Guten, darum achtet er darauf, daß ihn nichts gefangennimmt.1.Kor.6;12. Dazu kommt, daß die Gotteserfahrung immer bestrebt ist den weltlichen Teil des Lebens zu einem Bestandteil des geistigen Lebens zu machen. Oder besser gesagt, die verbindliche Beziehung im weltlichen Leben ist von den geistlichen Zielsetzungen durchsetzt. Ob es sich dabei um Kunst oder Wissenschaft, um Freude oder Leid, um Arbeit oder Spiel handelt, alles was geschieht ist für die geheiligte  Beziehung ein Anreiz, stärker und empfindsamer zu werden für die optimale Entwicklung göttlicher Werte.

Kunst zum Beispiel hat es mit dem Feld des Schönen zu tun. Harmonie ist das Geheimnis der Schönheit. Soweit verbindliche Beziehung eine Kunst ist, in welcher man ein Leben lang Schüler bleibt und nie Meister wird, ringt sie auch nach Harmonie. Und die Harmonie ist das Klima, darin die Kunst gedeiht, ohne Harmonie verkümmert jede Art von Beziehung

„In allen großen Kulturen der alten Zeit gehörten Glaube, Staatsordnung und Lebensstil zusammen. Die gewaltigen Kunstwerke waren dadurch möglich, daß die Künstler aus einem Glauben heraus lebten und schufen. Solange die ursprüngliche Einheit von Religion und Sittlichkeit herrschte, war die Frage nicht gestellt. Die Individuen waren getragen von der durch die Gottheit eingesetzten Sitte. Religiöser Glaube und Kultus, Brauchtum und Volkssitte und Regelung des sittlichen Lebens hingen zusammen. Wann wurde …………………………………………………………………………………………………………………………..

 

 

15. Beziehungen

 

 

Wir alle haben das Bedürfnis, dieses rätselhafte „Gemenge“, was wir Welt nennen und in die wir hineingeworfen sind, zu verstehen. Dazu müssen wir mit ihr in Beziehung treten, denn sonst finden wir uns in diesem irren Trubel von Gegensätzlichkeiten die uns bestürmen, nicht zurecht.

Will man Abläufe verstehen, muß man sie wie eine Pflanze erforschen. Man muß sie vom Anfang - von der Wurzel her - erfassen und ihr Ende - ihren Fruchtstand - kritisch betrachten. Will man dann auch noch zu einer gerechten Beurteilung kommen, gilt es, die Hintergründe gründlich zu prüfen, um konkrete, unverletzende Schlüsse zu ziehen. Das alles bedarf viel Liebe und vor allem Nachsicht.

Wir Menschen leben in einer gegensätzlichen (polaren) Welt. So ist jeder Mensch hineingestellt zwischen Vergangenheit und Zukunft und jedes gegenwärtiges Erlebnis hat einen Ausgangspunkt und somit ein Ziel. Ob dann dieses Ziel auch erreicht wird, ist ein anderes Problem.

Dabei ist Beziehung, eine Sache in die wir alle irgendwann und irgendwie hineingeraten, und sie greift entweder hemmend oder fördernd in unser Leben ein. Früher oder später müssen wir uns Rechenschaft darüber geben, wie wir uns verhalten haben; und über den Tod hinaus auch einem übergeordneten Richter in der Ewigkeit Bericht erstatten. „Denn es ist jeden Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“  Hebr. 9,27 „Dann stehen Tote - groß und klein - vor ihrem Richter, Bücher werden aufgetan, und die Verstorbenen werden gerichtet, nach ihren Werken, die in den ewigen Büchern geschrieben stehen.“ Offb. 20,12 Das allein rechtfertigt schon alle Mühe, lückenlos und unablässig über den Bereich der Beziehungen nachzudenken. Beziehung zueinander ist ein Gebiet auf dem jeder von uns schon düstere und helle, geschmacklose und erbauliche Erfahrungen gemacht hat. So wird man hier nicht lauter Neues entdecken, und darum geht es auch nicht, sondern es geht darum, daß wir untereinander – nach Willen unseres Schöpfers - zur Auferbauung, unsere Erfahrungen austauschen.

Daß der Mensch auf Gemeinschaft angelegt ist, hat seine Ursache in den unergründlichen Gedanken des Schöpfers: „Lasset uns eine Menschheit (Urtext) machen. Ein Bild, das uns gleich sei, ... und Gott schuf sie als Mann und Frau.“ 1.Mose 1, 26+27 Der Mensch ist nicht dazu bestimmt sich auf abgeschirmten Platz eines Weltweisen zurückzuziehen, um sich selbst zu genügen. Auch nicht in abseitsgelegenen, christlichen Klöstern, wo Mönch und Nonne ihr abgesondertes Leben führen. Auf diese Weise kommt kein Mensch zu seiner bestmöglichen Entwicklung und höchsten Entfaltung.

Allein in der gottgewollten Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Ahnen und Urenkeln. Zwischen Volk und Volk zwischen den vergangenen und den folgenden Generationen ist menschliche Reife zu erarbeiten. Das erklärt, unter anderem, warum in der Geschichte ein Sokrates seine Xanthippe, Robinson Cruse seinen Freitag bedarf, ein Don Camillo seinen Peppone und Don Quijote seinen Sancho Panza nicht missen kann. Und selbst Jesus seine Jünger um sich hatte.

Mönche die als Einsiedler begannen, leben am Ende ihres Lebens meist doch in Gemeinschaftsklöster. Die Gedanken Gottes sind eben immer um etliches höher, als unsere scheinbar frömmsten Motive. Und: Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen, Matth.19,6 + Mrk.10,9 dies Wort gilt zwar primär für Eheleute, aber eben auch für die Beziehungen der Menschen untereinander; und stellt in diesem Zusammenhang eine Gottesordnung und somit auch eine Erziehungsmethode dar.

Für die Entwicklung eines jeden Menschen ist das Elternhaus, mit Ausstattung, Umgebung und weitläufig angenehmen Klima, sehr wichtig.

Als der Schöpfer im Garten Eden mit Adam eine erste gemeinschaftliche Handlung vollzog, indem ER ihm an der Schöpfung teilhaben ließ und ihm die Tiere vorführte, da bekundete sich das typisch, menschliche in Adam: Er gab jedem Tier einen Namen. Das menschlich Wesentliche zeigt sich nämlich in zwei Leistungen:

Erstens wir können das Chaos der Wirklichkeit sortieren, klassifizieren, und katalogisieren. Nach dem Philosophen Plato ist unsere Welt ja ein „Gemenge“. Darum beginnt gleich nach der Geburt unser Geist dieses Gemenge nach Gleichheit und Verschiedenheit zu ordnen, um sich darin zurechtzufinden. Daraus ergibt sich zweitens: Wir können unbeschreibliche Eindrücke aus Erlebnissen haben, an die wir uns untereinander aber nur durch Ideogramme (Schriftzeichen) gegenseitig erinnern können. 

Daß dieses Sortieren und Katalogisieren das wesentliche unserer ganzen Erkenntnisfunktion ist, sehen wir bereits in der biblischen Schöpfungsgeschichte angedeutet und weiterhin an einer biologisch bedeutsamen Tatsache: Es treibt uns etwas von frühester Kindheit an, unsere uns umgebende Welt zu erforschen und über sie nachzudenken, noch ehe wir den praktischen Nutzen wissenschaftlicher Erkenntnis einsehen können. …………………………………………………

 

16. Ziel einer Beziehung

 

 

Jeder Mensch, mit dem wir in Beziehung leben, übt eine Wirkung auf uns aus. So auch wir auf andere, sei es im Geben oder Nehmen, sei es, daß wir uns aneignend oder aufschneidend selbst Impulse gebend verhalten. Aus der Beziehung, in der ein Mensch lebt, bildet sich nach und nach eine Art Jüngerschaft, auf welche man mehr oder weniger Rücksicht nimmt, deren Urteile und Kritiken allmählich nicht gleich­gültig sind, denen man von sich aus Impulse mitteilt, von denen man aber auch Impulse empfängt.

So bindet sich der Mensch in seiner Entwicklung gern an eine selbst gewählte Autorität außerhalb seiner selbst, und ist bereit dieser Macht Gehorsam zu leisten, weil die Prinzipien dieser Führerschaft von ihm übernommen und verinnerlicht worden sind. Diese Macht wird gewissermaßen seine Persönlichkeit. Die Bindung an diese Autorität wird um so wirksamer, als jede Autorität, die an ihn gewaltsam herantritt oder herangetragen wird, weil er sie will. Dieser Wille in seiner Entscheidung ist ein komplizierter Vorgang und Schopenhauer drückt es folgendermaßen aus: „Wir Menschen können handeln wie wir wollen, aber nicht wollen können, wie wir wollen sollen.“ Gehorsam gegenüber dieser verbindlichen Beziehung stärkt auch unsere Fähigkeit, wir selbst zu sein und selbständig zu urteilen. Solch eine innere Verbundenheit kann zu einer Macht werden, welche in aller Stille stärker heranwächst, als wir ahnen oder manchmal gar wollen, eine Macht die im Guten bei unserer Bekehrung von Gott her zustande gekommen ist; sie kommt gleichermaßen aber auch in der Gottlosigkeit zustande. Manchmal bleibt sie auch eine Macht der Hal­bheiten, Lauheit und Unentschlossenheit. Darin liegt eine große Gefahr verbindlicher Beziehungen.

Gewiß kann schon von früh auf an, in einer kindlichen Beziehung, bereits eine große Gefahr liegen, welche Eltern und Lehrer zu kontrollieren haben. Ein einziges fremdes, mißratenes Kind, kann alle gutgemeinten Bemühungen bei den eigenen Kindern vergiften. Aber auch da, wo die Aufsicht durch Eltern oder Lehrer abgegeben worden ist und die Selbsterziehung beginnt, bietet manche Beziehung eine Seite, nach welcher sie zur Gefahr werden kann. Deshalb ist Emanzipation immer ein einschneidender und gefahrvoller Akt. Emanzipation ist ja der Wortbedeutung nach ein Zuspruch des Erziehungsberechtigten gegenüber seinem Anvertrauten. Eine geforderte Emanzipation ist daher im Prinzip zum Scheitern verurteilt, die zugebilligte Emanzipation aber setzt viel Weisheit und Vertrauen Voraus.

Gegen schlechte Einflüsse hilft nur ein unmißverständlicher Einspruch, verbal beginnend, aber dann, wenn das nichts nützt, muß man Konsequenzen ziehen. Man muß den Mut haben, seine bessere Überzeugung zu bekennen und die auftretenden schlechten Manieren zu attackieren; sonst fällt man unter die Urteile: „Wer schweigt, stimmt zu", „opportun zu sein“, „mit den Wölfen zu heulen“ oder „die Fahne in den jeweiligen Wind zu hängen.“ „Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ Offb 21,8

Wird eine fundierte Kritik nicht ertragen oder unbegründet abgeschmettert, wird nichts anderes übrig bleiben, als auf die bestehende Beziehung die nicht fördert, sondern hemmt und schadet, zu verzichten. Denn alles, was nicht fördert, das muß auf Dauer hemmen. Das gilt auch von zu vielen Beziehungen überhaupt. „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Mtth. 12,30

So gewiß, wie der Mensch verbindliche Beziehungen braucht, wenn er zu der vollen Entfaltung seiner Kräfte und Talente heran reifen soll, so gewiß hat das Alleinsein, das Stillesein und die Einsamkeit auch ihre fruchtbare Berechtigung. Wenn man seine Individualität nicht verlieren, und das Gleichgewicht seines Charakters bewahren will. Denn wer sich ununterbrochen unter die Menschen flüchtet, das Bad in der Masse sucht; wer sich davor fürchtet, auch mit sich selbst allein zu sein - in sich selbst spazieren zu gehen - der wird seine von Gott geschenkte Wesensart einbüßen müssen. Und je nach seinen Neigungen wird er der Menschenvergötzung oder der Menschenfeindlichkeit verfallen.

Es gibt in der deutschen Sprache zwei treffende Bezeichnungen die den Zustand der stillen Einsamkeit mit der Wortkombination: „Sich sammeln", wiedergeben und den Gebrauch zu vieler Beziehungen in der Wortzusammensetzung: „Sich zerstreuen“ kennzeichnen.

 

 

17. Der Feind im eignen Haus

 

Dennoch!, mit der Erschaffung des Menschen ist offensichtlich der erste Akt einer dramatischen Gegnerschaft eingeleitet worden, aus der Gott ein Feind erwächst. Ein Feind, der den Garten Eden verwüstet und eine ruhelose Welt schafft, anstatt sie zu beherrschen und zu bewahren.

Für Gott selbst wird unter den Engeln und allen anderen Wesen und Kreaturen kein Wesen gefunden, das sein Bild trägt, und mit dem ER eine verbindliche Beziehung von Geist zu Geist, von Herz zu Herz, von Person zu Person leben kann. Aus dem Verlagen der Liebe heraus schafft ER Himmel und Erde und als Krone des ganzen seinen Sohn Jesus Christus, der um IHN und mit IHM sei, um einst die Gedanken Gottes auf Erden zu verwirklichen und das Reich Gottes zu gründen durch die Kirche, die als Braut auserkoren ist, diesen Raum - jenseits von Gott - zu bevölkern.

Die Erschaffung der Frau, als das passende Gegenüber für Adam - weil aus Adam - ist innerhalb der gesamten Schöpfung der symbolische Hinweis auf Jesus Christus dem Bräutigam und seiner Braut die Kirche. „Er (Jesus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei.“ Kol. 1,15-18

Indem Gott sich selbst ein Wesen gegenüberstellt, das ein wenig geringer als Gott und mit Herrlichkeit und Pracht gekrönt ist. Das zum Herrscher gemacht und über die Werke seiner Hände stehen soll, denn alles ist unter seine Füße gestellt. Psl. 8 riskiert ER, daß aus dem Ebenbild ein Gegner, ein größenwahnsinniger Konkurrent wird. Diese Gottebenbildlichkeit Adams ist schicksalhaft, weil vererbbar „Und Adam lebte 130 Jahre und zeugte einen Sohn...nach seinem Bilde.“ 1. Mose 5,3

Und so steht Gott bei der Erschaffung des Menschen vor einem gewollten Risiko. In dieser angestrebten verbindlichen Beziehung blitzt zum ersten Male die göttliche Feindesliebe auf. Sie ist nur zu verstehen vor dem biblischen Wort: „Jesus als Christus, ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber ist offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen.“ 1.Petr 1,20

Ein nachvollziehbarer Gedanke ist: Mit der Erschaffung von Himmel und Erde hat Gottvater den Grundstein gelegt, sich in den Negativraum seiner selbst auszuweiten, um das bis dato schlummernde Böse zu überwinden durch die Liebe; auf diesem Wege – „...also hat Gott die Welt geliebt...“  Joh. 3,16 

Nie zuvor – also vor Grundlegung der Welt - mußte Gott einen Gegner, einen Feind an Seiner Seite dulden, den ER zu lieben hatte! Nun aber fordert Gott sich heraus Feinde zu lieben, gnädig zu sein denen, die ihn verfolgen. Bereit, die Sonne aufgehen zu lassen über Böse und Gute. Gewillt, es regnen zu lassen über Gerechte und Ungerechte. Matth. 5, 43-48. Denn Gott legt niemanden Lasten auf, die ER selbst nicht auch trägt. ER hat sich einem feindlich gesinnten Geschöpf ausgesetzt, hat sich ihm preisgegeben. Und in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, ist dieser Plan sichtbar geworden.

So wie Gott nach Seinem freien Willen Wesen geschaffen hat denen ER sich in dienender Liebe offenbaren und mitteilen kann, und mit denen ER eine verbindliche Beziehung pflegen kann, so hat Gott auch in Adam diese Sehnsucht nach Beziehung gelegt und durch die Schöpfung Evas, gestillt. Dadurch ist in jedem Menschen das tiefe Bedürfnis nach verbindlicher Beziehung hellwach und Gott weiß diese Sehnsucht auch zu stillen, in Seiner erzieherischen Weisheit und Seinem vorwurfslosen Wesen.

Und gerade weil verbindliche Beziehung die Erfüllung einer göttlichen Ordnung darstellt und ihre Pflege ein wahrhaft göttlich-menschliches Bedürfnis verkörpert, ist ein edler Umgang ein hoher Genuß und eine wahre Stärkung.

Und genau das, ist die Aufgabe der Kirche; genau das soll die Braut Christi verkörpern. Es ist der Stand der Einsamkeit, der Isolation und der Unverbindlichkeit der den schmerzenden Stachel jeder Knechtschaft bildet. Selbst die unvernünftigste Zielsetzung einer fixen Idee gibt dem Einzelnen - wenn sie von einer nennenswerten Anzahl Menschen geteilt wird - das Gefühl der Einheit, Sicherheit, Geborgenheit und Beständigkeit. Es gibt nichts Unmenschliches, Schlimmes oder Unberechenbares, was nicht auch Trost spenden kann, wenn es nur von einer Gemeinschaft, einem Verein geteilt und mit getragen wird.

Den überzeugendsten Beweis für diese Feststellung liefern die heutigen Ausbrüche von Massenwahn, terroristisch verwahnter Selbstmordkrieger, die wir erleben und deren Zeugen wir sind. Wenn eine Theorie, so fern sie der Vernunft auch sein möge, erst einmal Macht in einer Gesellschaft gewonnen hat, werden Millionen Menschen eher daran glauben und festhalten, als sich ausgestoßen und einsam fühlen zu wollen. ………………………………………………………………………………………………………………………….

 

 

18.Dem Teufel die Suppe versalzen

  Wenn nicht Ehr­geiz oder Neid das Motiv aus­machen, dann hat dieses Wort des Volks­mundes einen positiven Hinter­grund; wie wir sehen werden:

Als Adam und Eva der Schlange nachgegeben hatten, sagte Gott zur Schlange: „Feind­schaft will ich setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nach­kommen­schaft und ihrer Nach­kommen­schaft; ER wird dir nach dem Kopfe treten und du wirst ihm nach der Ferse schnappen.“ Diese sehr theo­logische Aus­sage möchte ich in einem ein­fachen Satz zu­sammen­fassen: „Satan! ICH werde dir die Suppe ver­salzen!“

Das ist zwar platt­füßig aus­gedrückt, triff aber den Kern aller Hand­lungen Gottes im Zu­sammen­hang mit der Er­lösung der Menschen. Als Jesus, der vor­her­gesagte Nach­komme der Eva, dann auf der Er­de lebte, sagte er zu seinen 12 Jüngern: „Ihr seid das Salz der Er­de."

Salz hat gute Eigen­schaften. Es würzt nicht nur und macht schmack­haft, sondern konserviert und ver­hindert die Fort­pflanzung zer­störerischer Fäulnis. Salz ist im Sinne der christ­lichen Lehre ein Verhütungsmittel und genau diese Funktionen, so meint Jesus, sollen die Christen unter ihren Mit­menschen er­füllen, um Schlimmes zu ver­hüten.

Fast jeder von uns erinnert sich an die Namen Sodom und Gomorra. Wir ver­binden damit ein chaotisches und destruktives Leben. Ich will uns diese alte Geschichte der Bibel kurz in Erinnerung bringen, um zu ver­deutlichen, was mit dem Wort Salz in der Bibel gemeint ist. Gott sagte zu Abraham, daß die Menschen in den Städten Sodom und Gomorra, die Grenzen der Bos­haftig­keit über­schritten hätten, und sie darum durch eine Katastrophe ver­nichtet werden müsse. Die Leute dort trieben es mit Tieren, die Homo­sexualität herrschte in fast jedem Haus und be­drohte den Fort­bestand der Ein­wohner, die Bisexualität war an der Tagesordnung. Brutalitäten waren Gang und Gebe, Be­stechungen und Intrigen, Lug und Be­trug er­schütterten das Funda­ment der Mensch­lich­keit und der Ordnung.

Aber Abraham hegte die stille Hoffnung, daß sein Neffe Lot, der dort lebte, einen missionarischen Dienst in Gang gesetzt hatte, und somit vielleicht doch fünf­zig gottes­fürchtige Menschen dort leben würden. Das hielt er Gott vor, und meinte, daß ER um der Fünf­zig willen doch nicht die beiden Städte ver­nichten könne. Gott ging darauf ein und sagte: „Wenn ich fünf­zig gottes­fürchtige Menschen dort finde, bleiben die Städte ver­schont."

Aber Abraham ahnte Schlimmes und war sich seiner Sache auch nicht mehr sicher. So handelte er seine Forderung, in typisch orientalischer Weise, bis auf zehn Gerechte runter. Und wären nur zehn Gottes­fürchtige dort zu finden gewesen, hätte Gott - nach seinen eigenen Worten - die Menschen und ihre Städte vor dem an­gekündigten Un­glück be­wahrt. Aber es fand sich nur Lot mit seiner Familie. Für Gott wären somit zehn gottes­fürchtige Menschen – also fünf in jeder Stadt - Grund genug gewesen, Sodom und Gomorra vor dem selbstver­schuldeten, aber gerechten  Straf­gericht, zu ver­schonen. Mit dieser Geschichte will uns die Bibel zeigen, was für Be­deutung gläubige Menschen auf dieser Er­de haben. Sie sind es näm­lich, die viele Un­glücke auf­halten. Ihretwegen geht es in unserer Welt noch verhältnis­mäßig human und gesittet zu. Sie sind es, die unsere religiösen wie auch moralischen Werte am Leben er­halten und sie un­ermüd­lich missionarisch unter die Leute bringen.

Wir haben uns schon sehr daran gewöhnt Gott an­zu­klagen, wenn irgend­wo ein Un­glück geschieht. Und nicht nur daran gewöhnt haben wir uns, sondern wir be­treiben es bereits als eine Art Volks­sport, bei jeder Katastrophe nicht nur zu fragen: „Wie kann ein Gott der Liebe so etwas zu­lassen?", sondern wir machen IHN auch dafür ver­antwort­lich, und be­schimpfen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Er­de, respektlos mit un­flätigen Worten. Dabei resultieren die Un­glücke aus dem zielverfehltem Leben aller Menschen; sie sind die Folge der Miß­achtung des Wortes Gottes.

Fragt man den einen oder anderen, was der christ­liche Westen der Welt beschert hat, wird man zu­erst von den im­ponierenden technischen Errungen­schaften hören: Raketen, Computer, Fern­sehen, Tele­phon, Flug­zeuge, Eisen­bahnen, Tal­sperren, Auto­bahnen etc.! Wer weiter denkt, erinnert an die Geisteswissen­schaften, der Psycho­logie, der Philosophie, Medizin, Archi­tektur und die Musik. Doch man ver­mißt in diesen Auf­zählungen eine Leistung, ein Unter­nehmen, das mit einer gewaltigen inneren Kraft und viel materiellem Engage­ment voran­getrieben wird: Das ist der starke missionarische Ein­satz des Christen­tums! Sie haben die Bibel übersetzt in Sprachen von denen die Normalbürger nicht einmal wußten, daß sie existieren. Unter den Welt­religionen ist das Christen­tum am stärksten ver­treten; daß wir nur wenig Notiz davon nehmen, liegt daran, daß die vielen Männer und Frauen der Mission, wenn sie nach harten Ein­sätzen zurück­kehren, nicht vor die Kameras der Medien treten, und selten Interviews geben. Sie leben nie in der High-Society und sind kaum zu finden in den eleganten Hallen der Nobel­hotels. Sie tun ihren Dienst schweigend und betend, den Menschen zum Wohle, und Gott zur Ehre.

Es mag arrogant klingen, aber, daß trotz unserer Bos­heit, die unter uns extremer herrscht, als in den historischen Städten von Sodom und Gomorra, nicht ………………………………………………………………………………………………………………………………….

 

19. Die schwarzen Schafe

 

Wir Menschen erwarten von Leuten, die vorgeben an Gott zu glauben, und womöglich auch noch predigen, oder gar einer Kirche vorstehen, ein absolut makelloses Leben, sündlos und heilig. Und wenn wir auch nur einen einzigen Flecken auf der sogenannten „weißen Weste“ des anderen entdecken, dann entrüsten wir uns meist mit den Worten: „Das fehlt mir auch noch: Gerade der! Der hat doch selbst Dreck am Stecken. Und von dem muß ich mir so etwas sagen lassen. Was bildet dieser Mensch sich denn ein?!“

Ich werde nun über einige bekannte Männer der Bibel schreiben und darlegen, was dieses Buch über sie zu berichten weiß. Und das geschieht nicht, um jene Glaubens-Größen zu entwürdigen, sondern um darzulegen, daß jeder Mensch, auch mit unvollkommenem Leben, von Gott angenommen und effizient gebraucht wird, um die Herrlichkeit Gottes zu deutlichen.

Ich möchte allen Mut machen - besonders aber jene die darunter leiden, daß sie nicht ohne Sünde sind - um mit ihren Unzulänglichkeiten zu Jesus zu kommen, um bei ihm aufgenommen zu werden. Dort Vergebung ihrer Sünden erwarten dürfen und dazu, - trotz mangelnder Vollkommenheit -, von Gott gerne gebraucht und eingesetzt werden, das Reich Gottes mehr und mehr bekannt zu machen und auszudehnen. Ich empfehle als Grundlage meiner Predigt ein Wort des Apostels Paulus nachzulesen aus dem Römerbrief 7; 18: „Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Leben nichts Gutes wohnt. Das Wollen ist bei mir zwar vorhanden, aber das Vollbringen dessen was recht ist nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, was niemand will, das tue ich!....Ich elender Mensch!, wer wird mich retten von diesem Leib des Todes? - Gott sei gedankt, das geschieht nun durch Jesus Christus unseren Herrn!“

Ein Pastor sagte einmal in einer uralten Radiopredigt: „Mit Gott rauchen ist etwas anderes als ohne Gott zu rauchen.“ Und er wollte damit zum Ausdruck bringen, es ist besser man hat einen nachsichtigen Gott an seiner Seite der vergibt, wenn man sündigt, als wenn man sündigt ohne an Gott zu glauben, weil dann die so notwendige und fortdauernde Vergebung und Heilung im Leben fehlt. Also, nicht unsere moralischen Sünden sind das vorrangige Übel, sondern unser Unglaube unser Mißtrauen Gott gegenüber.

Verständlicherweise kann ich nicht über alle die Männer Gottes der Bibel reden die, wie wir so schön sagen, „Dreck am Stecken“ hatten - dazu reicht weder der Platz auf dem Papier noch die Tinte meines Druckers. Ich beschränke mich auf fünf Persönlichkeiten, nämlich: Jacob, Mose, David, Petrus und Paulus, denn die gehören zu den Männern, deren Namen fast alle aus der Bibel kennen. Ich beginne mit Jacob:

Er und Esau waren Zwillingsbrüder, wobei Esau der zeitlich Ältere war. Eines Tages kam Esau von der Jagd nach Hause, hatte Hunger und Jacob kochte gerade Esaus Lieblingsgericht: Linsensuppe. Durchtrieben wie er war, verweigerte er seinem Bruder eine Portion. „Allerdings“, so sagte er schlau, „würde ich mich deines Hungers erbarmen, wenn du mir dafür das Erstgeburtsrecht abtrittst.“ Esau tat es, denn das Erstgeburtsrecht war ihm gleichgültig, so sagt es die Bibel wörtlich. Als ihr Vater, Isaak, sehr alt und bereits blind war, beschloß er, nach Volks- und Glaubenssitte seinem ältesten Sohn den Segen Gottes zu übermitteln. Zu diesem Ritual bestellte er sich bei Esau einen Wildbraten.

Als Rebekka, seine Ehefrau, von diesem Vorhaben ihres Mannes hörte, begann sie mit Jacob einen Betrug vorzubereiten, wobei Jacob in die Rolle des Esau schlüpfen mußte. Dazu wurde er von seiner Mutter hergerichtet. Von Esau heißt es nämlich, daß er sehr behaart gewesen war, und das kaschierte Rebekka an Jacob fachgerecht, indem sie seine Handgelenke, Unterarme und den Hals mit Manschetten aus Ziegenfell maskierte. Auf diesen Betrug fiel der blinde Isaak trotz seiner Skepsis herein und gab dem Jacob, anstatt Esau, den Erstgeburtssegen. Das war Jacobs erster berühmt-berüchtigter Betrug.

Aber selbst als er später, nach seiner Flucht vor Esau, bei seinem zukünftigen Schwiegervater Laban lebte - ein ebensolches Schlitzohr, wie er selbst eines war -, bewältigte er seine Lebensaufgaben nur durch zwielichtige Machenschaften und erwarb den Zugewinn seines Besitzes, eindeutig mit Zuhilfenahme krimineller Energie. Wenn man diese Geschichten, über Jacob unbefangen liest, dann stellt man kopfschüttelnd fest, daß im Leben Jacobs so manche Ungesetzlichkeit vorherrschend war und Betrug nur allzu leicht über seine Lippen floß. Später, so kann man dann noch lesen, lebten seine zwölf Söhne ihrem Vor- und Ebenbild entsprechend.

Und dennoch sagt Gott jedesmal wenn ER sich offenbart: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jacobs.“ Und man kann lesen, daß Gott, den Jacob liebt. Und aus diesem Betrüger - so kann man den Namen Jacob ins Deutsche übersetzen - und seinen zwölf Söhnen schuf Gott sein „Volk“ nämlich Israel; über das wir noch heute staunen, warum auch immer.

Ein weiterer Mann Gottes, war Mose. Lesen wir was für einen Charakter dieser Mensch hatte und was er so alles anstellte. Als Mose erwachsen war, so wird in der Bibel berichtet, ging er einmal hinaus zu seinen Brüdern, den Israeliten, und sah, wie schwer sie arbeiten mußten. Er kam gerade darüber zu als ein Ägypter einen seiner Volksgenossen totschlug. Mose schaute sich nach allen Seiten um und als er meinte, daß niemand in der Nähe war, erschlug er diesen ägyptischen Aufseher und verscharrte ihn im Sand. Als er am nächsten Tag wieder hinausging zu den Israeliten, sah er wie zwei von ihnen sich stritten und aufeinander eindroschen. Er ging dazwischen und ermahnte den, der scheinbar im Unrecht war mit den Worten: „Warum schlägst du einen aus deinem eigenen Volk?“ Da antwortete dieser: „Was haben wir mit dir zu schaffen, bist du vielleicht unser Aufseher und Richter? Willst du mich jetzt auch ermorden, wie du es gestern mit dem Ägypter tatest?“ Da bekam es Mose mit der Angst, weil es offensichtlich doch beobachtet worden war, was er getan hatte. Auch Pharao was dieser Vorfall zu Ohren gekommen und er wollte Mose für diesen Mord hinrichten lassen, aber der floh noch am selben Tag in die Wüste.

Ich berichte über zwei weitere jedoch später geschehene Begebenheiten als Mose mit dem Volk Israel bereits durch die Wüste zog:

Eines Tages kam es zu großen Tumulten, weil das Volk kein Wasser mehr hatte. Da sprach Gott zu Mose:

„Nimm deinen Stab und gehe mit Aaron zu dem Felsen dort drüben und befiehl dem Felsen euch Wasser zu geben...“

Mose, Aaron und das ganze Volk gingen zu dem Felsen und Mose schlug heftig auf den Felsen ein! Da kam soviel Wasser heraus, daß Mensch und Vieh genug zu trinken hatten. Aber Gott rügte das Handeln von Mose und Aaron und sprach zu ihnen:

„Ihr habt mir nicht vertraut, und mir keine Chance gelassen mich dem Volk zu verherrlichen...“ und damit meinte Gott, daß es nicht richtig war, auf den Felsen einzuschlagen, denn er sollte ihm ja .

 

 

Ist die Bibel Gottes Wort?


 

An Jesus glauben, verpflichtet anzuerkennen, daß die Heilige Schrift vom Vater Jesu inspiriert und unumstößlich ist. Der wiedergeborene Christ vertraut darauf, daß die Bibel das autoritäre Wort Gottes ist. Allein durch die Heilige Schrift kann ein Mensch ein wiedergeborener Christ werden. Nur durch die Bibel kann man zur Einsicht gelangen, daß man ein verworfener Sünder ist. Und ausschließlich durch das Wort Gottes kann man den Weg der Errettung zum ewigen Leben erkennen. Röm. 10,1-17

Ein wiedergeborener Mensch wird fernerhin erkennen, daß er in einer Welt lebt, die von der Gottlosigkeit gekennzeichnet ist; und früher oder später wird er am Arbeitsplatz, beim Wehrdienst oder in der Schule/Universität provoziert und erprobt werden, ob er aus einsichtigen Argumenten an die Wahrheit der Bibel glaubt. Daher muß jeder wahre Christ vorbereitet sein, sich nicht nur zu Jesus zu bekennen, sondern: „…seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. Und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt dabei ein gutes Gewissen…“ 1. Petr. 3,15. und erklären können, warum die Bibel ihrem Begehren, das Wort Gottes und damit Wahrheit zu sein, gerecht wird.

Der Ausspruch: „Der Glaube ist zwar unerklärbar, aber nicht unvernünftig“ ist zutreffend. Anders formuliert: Echter Glaube ist das Gegenteil von Mißtrauen und deshalb zweifelt ein wahrer Christ nicht daran, daß die ganze Offenbarung Gottes in der gesamten Bibel vollkommen vernünftig ist, weil Gott Allwissend und Allmächtig ist! Ein kluger Mann Gottes hat ein Mal gesagt: „Ein Atheist hat Vernunft, aber keine Hoffnung, auf die er mit seiner Vernunft hoffen könnte. Ein äußerlich religiöser Mensch hingegen hat Hoffnung, aber keine vernünftige Grundlage dafür. Aber ein wiedergeborener Christ hat beides: eine vernünftige Grundlage für seine Hoffnung und eine Hoffnung,  auf die er mit seiner Vernunft hoffen kann!“

Zu Beginn sagte ich: „…daß die Heilige Schrift vom Vater Jesu inspiriert …ist.“

Was ist „Inspiration“?

Wenn man einen Begriff verwendet, sollte man auch den Sinn aufzeigen können, damit keine Fehlschlüsse aufkommen. Was meinen die wahrhaft Gläubigen, wenn sie von der „göttlichen Inspiration der Bibel“ sprechen? Die Bibel sagt selbst, daß sie inspiriert ist. Eine der bedeutsamsten Auslassungen hierzu findet man in 2. Tim. 3,16-17: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.“ Der Ausdruck „von Gott eingegeben“ ist im griechischen Grundtext ein einziges Wort: theopneustos, das übersetzt so viel aussagt wie „von Gott gehaucht“; „von Gottes Geist durchdrungen“. Als Gott den Menschen schuf, „hauchte ER in dessen Gesicht Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele“ 1. Mose 2,7. In gleicher Weise hat Gott Seinen Geist in die biblischen Schriften gehaucht und sie infolgedessen zu einem >lebenden Wort< geschaffen Hebr. 4,12. Daher vertreten wiedergeborene Christen die Meinung, daß der Heilige Geist als der ursprüngliche Autor der Bibel vorherrscht. Was die menschlichen Schreiber zu Tontafel und Papier brachten, ist das unumstößliche persönliche Wort Gottes. Um die biblische Lehre von der Inspiration zu verstehen, sollte man folgendes aufmerksam lesen:

„Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. 2.Petr.1,21Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.1.Kor.2,13 Der Geist Gottes hat durch mich geredet, und Sein Wort ist auf meiner Zunge. 2.Sam.23,2 Darum, wie der Heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): „Heute, wenn ihr Seine Stimme hören werdet, verstockt eure Herzen nicht, Hebr. 3,7 Sie waren aber untereinander uneins und gingen weg, als Paulus dies eine Wort gesagt hatte: Mit Recht hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen (Jesaja 6,9-10): Apg. 28,25

Gott hat den Menschen so geschaffen, daß der seine eigenen Gedanken anderen durch Worte mitteilen kann. (Siehe auch meine Predigt über >Beten ohne Unterlaß<.) Es ist daher logisch, daß Gott selbst Seine Gedanken, Seinen Willen durch Worte äußert. Diese Informationen Gottes, die ER von Menschen aufzeichnen ließ, finden wir in der Heilige Schrift.

Dieses „zwergenhafte Buch“ will ein Tatmerkmal für die Inspiration liefern. Niemand braucht unbesonnen vage zu hoffen, daß die Bibel das wahre Wort Gottes ist. Für diesen unumstößlichen Glauben an die Bibel lassen sich massenhafte Nachweise anführen.  

Wenn ein Christ zu einem Freidenker sagt: „Ich glaube, daß die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist“, erhält er wahrscheinlich die Antwort:

„Aber mit dieser Behauptung haben Sie noch lange nicht bewiesen, daß sie wirklich die Wahrheit verkündigt!“

Wenn man dann darauf verweist, daß viele berühmte Personen an die Bibel geglaubt haben, ruft er damit den Einwand hervor:

„Vielleicht haben sie sich ja alle geirrt, denn Irren ist menschlich.“

Gibt es nun tatsächlich solche Mitteilungen Gottes? Wie läßt sich feststellen, ob dieser Anspruch berechtigt und wahr ist? Die Bibel selbst läßt darüber keinen Zweifel bestehen. Aber es gibt darauf auch eine ganz elementare Antwort: Die Bibel selbst ist der beste Beweis für ihre Echtheit. Als ein bekannter Gottesmann danach gefragt wurde, wie er so sicher sein könne, daß die Bibel Gottes Wort ist, antwortete er:

„Weil ich sie gelesen habe.“ In der Bibel selbst findet man ausreichende Beweise für ihre Echtheit. ………………………………………………………..